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Demokratie retten? Die US-Regierung ist die falsche Adresse

Der Grund ist nachvollziehbar und es ist nicht das erste Mal, dass ein deutscher Oppositionspolitiker diesen Schritt geht. Joachim Pauls Hilferuf richtet sich an die US-Regierung und namentlich an Vizepräsident JD Vance und wurde inzwischen auch von Elon Musk vernommen und weitergeleitet.

Die Botschaft verhallt also nicht ungehört, aber die erhoffte Wirkung entfalten wird sie dennoch nicht. Aus der Welt der Dramen kennt man dramaturgische Kniffe, um Spannung aufzubauen, die eine Handlung erst ins Verderben leiten und im letzten Moment einen unerwarteten Retter auftreten lassen. Im echten Leben weist das Hoffen auf einen solchen Aushilfsgott auf die ausweglose Lage hin, in der sich der Held der Geschichte befindet. Tragödie und Komödie liegen oft sehr nah beieinander und sind manchmal nur an ihrem Ende zu unterscheiden. Wegen Ludwigshafen werden die Amerikaner jedenfalls keinen zweiten D-Day veranstalten, und somit dürfte der vorläufige Ausgang der Geschichte klar sein.

Ludwigshafen, Gießen und Lage in Westfalen liefern die Blaupausen für die nächsten größeren Wahlen – fünf Landtage im Jahr 2026 und möglicherweise Neuwahlen, die die Koalitionäre jetzt noch scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Wenn aber nun ein Allheilmittel gegen die AfD gefunden ist, das nach außen hin den demokratischen Schein, wenn auch nur dürftig, wahren lässt, dann werden sie es nutzen und die Opposition ausschalten. Was China und Russland können, kann die Einheitsfront schon allemal, es dient ja dem Allerwertestenwohl.

Die Lage ist ernst, wenn die laut zweifelhafter Umfragen stärkste Partei derart sabotiert werden kann und wird. Welches Signal wird damit an die Wähler gesendet? Dass es sowieso keinen Zweck hat?

Und nochmal, die USA werden uns nicht retten. Warum sollte „uns“ Trump helfen, der Mann, der sich selber lobte, Merkel den Gas-Deal aufgezwungen und Nordstream „beendet“ zu haben? Wer Project2025 Sinn entnehmend und zwischen den Zeilen gelesen hat, könnte verstehen, was derzeit in den USA vor sich geht und dass der Gesundheitszustand von Donald Trump genauso wenig eine Rolle dabei spielt wie der von Joe Biden noch vor einem Jahr. Es ist egal, der Kurs wird hinter den Kulissen bestimmt. Es hat doch auch jeder mitbekommen, wie im letzten Moment fast die gesamte Riege der Tech-Milliardäre ins Trump-Lager gewechselt ist. Haben sie ihre Meinung geändert? Nein. Sie taten es, weil sie so im Spiel bleiben konnten und weil so der alte Kurs im Wesentlichen fortgesetzt werden kann, der unter anderem die nachhaltige Schwächung der europäischen Wirtschaft, insbesondere der von Deutschland, zum Ziel hat. Wenn schon Stoßgebete gestammelt werden, dann bitte an die richtige Adresse richten. Amen!