
Der „Friedens“-Nobelpreisträger und US-Präsident Obama machte es 2009 vor: Kaum hatte er das Preisgeld – stammend aus dem Blutzins der Dynamit-Toten – bekommen, gingen die Aufrüstung und tödliche US-Bomberei in Afghanistan erst richtig los. Die preisverleihenden Schweden hatten irrtümlich geglaubt, die Aussichtslosigkeit in Afghanistan hätte den US-Präsidenten auf die Friedensspur gebracht. Aber die Vergeblichkeit ihrer Interventionen haben die USA noch nie rechtzeitig erkannt und der Krieg ging noch 12 Jahre weiter, bis die USA die überfällige Erkenntnis des Verlierens in die überstürzte Flucht umsetzten.
Die USA haben es nicht gelernt, aussichtslose Kriegslagen zu erkennen
Schon in ihrem Kriegsverlust-Schlüsselerlebnis „Vietnam“ der 1970-er Jahre hatten die USA die herbe Lektion erteilt bekommen, dass immer mehr Militär, immer mehr Waffen und immer mehr Geld keineswegs einen Sieg erringen lassen, wenn die Strukturen nicht stimmen. Im Stellvertreterkrieg Südvietnams konnten die USA das kleine Land gegen den Norden und dessen Schutzmacht China zwar mit Waffen bis obenhin vollstopfen, den Urwald entlauben und hunderttausende Tote auf den Trümmern zurücklassen, aber nicht den Krieg gewinnen.
Die Lage der Ukraine erinnert fatal an Vietnam
Zeitzeugen von damals wie der Verfasser haben im aktuellen Ukrainekrieg genau das gleiche mulmige Vietnamgefühl wie seinerzeit: Im Stellvertreterkrieg kämpft die allseits angefeuerte Ukraine – ein bitterarmes Land ohne Rohstoffe – gegen das größte Land der Erde auf einem verlorenen Posten , wie nicht nur der fachmännische Blick des deutschen Panzergenerals a.D. Vlad auf die Militärkarte der Südukraine zeigt, sondern wie es auch jeder Laie prima vista erfassen kann. Und auch hier wieder die geiche Mechanistik der USA und ihrer Allianz: Je desparater die Lage, desto lauter wird gerufen, desto mehr und schwerere Waffen werden aufgefahren (hier). Man will nicht einsehen, dass der kleine Stellvertreter Ukraine gegen das übermächtige Russland nicht ankommen kann. Wie soll das Land eigentlich nach der Detonation der hunderttausende Schuss westlicher Artilleriemunition neuester Lieferung aussehen? Reicht das Bisherige nicht?
Wie kaputt soll das Land aussehen, wenn alle zusätzlichen Bomben und Granaten detoniert sind? Reicht das Bisherige nicht?
Im Vietnamkrieg schickten die USA in ähnlich verzweifelter Lage sogar ihre Wehrpflichtigen direkt von den Arbeitsplätzen in den Krieg, bis sie nach rund 60.000 Gefallenen die Flucht ergreifen und Ihre letzten Botschaftsangehörigen mit Hubschraubern von den Dächern ausfliegen mussten. Man kann nur hoffen, dass die USA und ihr neurotisches Nato-Ensemble den Fehler der direkten Intervention in der Ukraine nicht auch noch begehen.


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14 Kommentare zu „Artillerie, Haubitzen, 144.000 Granaten und Killerdrohnen: Wird die Ukraine zum Vietnam 2.0?“