Herzlichen Glückwunsch an Ulrich Siegmund und die AfD Sachsen-Anhalt zu diesem historischen Wahlsieg. Mit 43,8 Prozent hat die Partei ihr Ergebnis von 2021 mehr als verdoppelt und den höchsten AfD-Wert bei einer Landtagswahl erreicht.
Die bisher regierende CDU folgt abgeschlagen mit 17,2 Prozent. SPD und Grüne erreichen 9,3 beziehungsweise 8,9 Prozent, die Linke 8,6 Prozent und das BSW 5,3 Prozent. Die FDP scheitert mit 2,6 Prozent am Einzug. Die Wahlbeteiligung stieg auf den Rekordwert von 77,8 Prozent.
Im neuen Landtag verfügt die AfD über 39 der 83 Sitze. Für die absolute Mehrheit wären 42 Mandate nötig. Siegmund fehlen damit nur drei Stimmen zur Alleinregierung. Dennoch ist der Regierungsauftrag angesichts des gewaltigen Abstands zur CDU unübersehbar.
Die entscheidende Frage lautet nun: Wird die AfD trotz der knapp verpassten absoluten Mehrheit die Regierung stellen? CDU, SPD, Grüne und Linke lehnen eine Zusammenarbeit bislang ab. Das BSW verfügt über fünf Sitze und hat Gespräche mit der AfD nicht ausgeschlossen. Eine Unterstützung oder Tolerierung könnte Siegmund den Weg in die Staatskanzlei öffnen.
Siegmund selbst will seine politischen Ziele nicht für Machtspiele aufgeben und brachte für den Fall einer blockierten Regierungsbildung auch Neuwahlen ins Gespräch. Eine Koalition sämtlicher Wahlverlierer gegen den mit Abstand stärksten Wahlsieger wäre zwar rechnerisch möglich, würde den Wählerwillen aber auf eine harte Probe stellen. Opposition24 hatte bereits über die Folgen der Anti-AfD-Kampagnen vor der Wahl berichtet.
Spätestens am 6. Oktober muss der neue Landtag zusammentreten. Im ersten Wahlgang benötigt ein Kandidat die Mehrheit aller Mitglieder. Sachsen-Anhalt steht damit vor einer Richtungsentscheidung: Bekommt Ulrich Siegmund die Chance zu regieren – oder wird erneut eine Brandmauer-Koalition gegen den klaren Wahlsieger gebaut?
Quellen: Vorläufiges amtliches Endergebnis des Landes Sachsen-Anhalt; Angaben zur Sitzverteilung und Regierungsbildung bei tagesschau.de.


