Terrorgruppe „Letzte Verteidigungswelle“: Mehrere Jugendliche wegen versuchten Mordes und Brandanschlägen festgenommen

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Die Bundesanwaltschaft hat heute Morgen fünf Jugendliche festnehmen lassen, die zur rechtsextremen Terrorgruppe „Letzte Verteidigungswelle (L.V.W.)“ gehören sollen. Die Gruppe hatte sich nach Angaben der Ermittler spätestens im April 2024 gegründet – mit dem Ziel, durch Gewaltakte gegen Migranten und politische Gegner das demokratische System in Deutschland zu destabilisieren.

Unter den Festgenommenen befinden sich laut Bundesanwaltschaft auch drei mutmaßliche Rädelsführer. Ihnen werden u. a. versuchter Mord, besonders schwere Brandstiftung, Sachbeschädigung und Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen vorgeworfen.

Bei einem Anschlag auf ein bewohntes Kulturhaus in Altdöbern entstand im Oktober 2024 ein Sachschaden von rund 500.000 Euro – nur durch Zufall wurde niemand verletzt. Weitere geplante Anschläge auf Asylunterkünfte wurden vereitelt.

Die Polizei durchsuchte heute 13 Objekte in sechs Bundesländern. Im Einsatz waren über 220 Beamte und Spezialkräfte. Die festgenommenen Jugendlichen sollen heute dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden.

In den Haftbefehlen wird im Wesentlichen folgender Sachverhalt zur Last gelegt:

Alle eingangs genannten Personen gehören zu einer spätestens Mitte April 2024 gegründeten rechtsextremistischen terroristischen Vereinigung, die sich selbst „Letzte Verteidigungswelle (L.V.W)“ nennt. Die Mitglieder dieser Vereinigung verstehen sich als letzte Instanz zur Verteidigung der „Deutschen Nation“. Ihr Ziel ist es, durch Gewalttaten vornehmlich gegen Migranten und politische Gegner einen Zusammenbruch des demokratischen Systems in der Bundesrepublik Deutschland herbeizuführen. Zu solchen Taten zählen insbesondere Brand- und Sprengstoffanschläge auf Asylbewerberheime und Einrichtungen des politisch linken Spektrums, dies gegebenenfalls auch mit tödlichem Ausgang. Bei Benjamin H., Lenny M. und Jason R. handelt es sich um führende Mitglieder der Vereinigung.

Zur Umsetzung der Ziele der L.V.W legten Lenny M. und Jerome M. am frühen Morgen des 23. Oktober 2024 mit Brandbeschleuniger ein Feuer in einem Kulturhaus in Altdöbern. Der Gebäudekomplex war seinerzeit von mehreren Personen bewohnt, die lediglich durch Zufall nicht verletzt wurden. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von ungefähr 500.000 Euro. Ben-Maxim H. entwarf vorab eine Rede, mit der Lenny M. die Tat in einem Video ankündigte, um andere Mitglieder der L.V.W zu ähnlichen Aktivitäten zu ermuntern.

Am frühen Morgen des 5. Januar 2025 schlugen Claudio S. und Justin W. an einer bewohnten Asylbewerberunterkunft in Schmölln ein Fenster ein und versuchten dann, aus einer Feuerwerksbatterie entzündete Pyrotechnik in das Innere des Gebäudes zu schießen, um dieses in Brand zu setzen. Ein Feuer brach jedoch nicht aus. Während der Tat sprühten die beiden Beschuldigten mehrere Schriftzüge an die Unterkunft, darunter „L.V.W“, „Ausländer raus“, „Deutschland den Deutschen“ und „NS-Gebiet“. Sie malten auch Hakenkreuze und Siegrunen an die Wand und zeigten den sogenannten „Hitlergruß“. Lenny M. half bei der Rekrutierung des Justin W. und gab Tipps für die Tatbekleidung.

Anfang Januar 2025 planten Lenny M., Devin K. und Claudio S. einen Brandanschlag auf eine bewohnte Asylbewerberunterkunft in Senftenberg. Hierzu beschaffte Devin K. in der Tschechischen Republik zwei Kugelbomben. Zu einer Ausführung der Tat kam es angesichts der Festnahmen von Claudio S. und Devin K. nicht.

Quelle: Pressemeldung der GBA


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