Nur zwei Tage nach dem bestialischen Gewaltverbrechen an einer 84-jährigen Frau in Kehl hat die Polizei den mutmaßlichen Täter gefasst. Laut Staatsanwaltschaft ordnete eine Ermittlungsrichterin am Mittwoch Untersuchungshaft gegen den 23-Jährigen an – der Verdacht: Mord in Tateinheit mit Vergewaltigung.
Die rüstige Seniorin war am Sonntagnachmittag von einer Bekannten tot in ihrem Schlafzimmer entdeckt worden. Die Haustür stand offen, im Inneren bot sich ein Bild des Grauens: Die Frau lag teilweise entkleidet auf dem Boden, wies massive Kopfverletzungen auf und war – wie die Obduktion später ergab – erstickt worden. Spurenlage und rechtsmedizinische Untersuchung bestätigten zudem, dass sie vor ihrem Tod Opfer eines sexuellen Übergriffs wurde.
Sofort eingeleitete Ermittlungen der Sonderkommission „Daune“ führten zu einem umfangreichen Spurenbild. DNA-Material am Tatort brachte die Ermittler auf die Spur des 23-jährigen Mannes aus Kehl, der bereits wegen Eigentumsdelikten in der bundesweiten DNA-Datenbank gespeichert war. Zwei Zeugen hatten außerdem einen jungen Mann beschrieben, der seit Samstagabend nicht mehr gesehen worden war.
Der Verdächtige, aktuell ohne festen Wohnsitz, wurde zur Fahndung ausgeschrieben und am Dienstag bei einer Routinekontrolle der Bundespolizei am Bahnhof Offenburg gestellt. Bei seiner Durchsuchung fand man die Bankkarte des Opfers. Bisher schweigt der Festgenommene zu den Vorwürfen – das Motiv ist unklar.

