Italien und der Fünf-Sterne Verrat

Fünf-Sterne-Chef Luigi Di Maio - Foto: giole / 123RF Standard-Bild
Fünf-Sterne-Chef Luigi Di Maio – Foto: giole / 123RF Standard-Bild

Salvini habe sich verzockt tönte die EU-Presse direkt nach dem Misstrauensvotum. Nun vermeldet der WDR stolz, dass die Sozialdemokraten mit der Fünf-Sterne-Bewegung eine Koalition bilden wollen. Neuer und alter Ministerpräsident wird Conte sein, der die brüchige Querfront-Regierung geführt hat.

Das ist in Italien nichts Besonderes, die Menschen sind an häufig wechselnde Regierungen gewöhnt, wie die leichten Mädchen von der Reeperbahn an ihre Laufkundschaft. Bei den Brüsselianern dürfte der Jubel dagegen grenzenlos sein. Salvini ist ausgebootet, die Umvolkungspolitik kann fortgesetzt werden. Noch aber ist die neue Koalition nicht unter Dach und Fach. Gemäß den Statuten muss der Movimento erst seine Mitglieder befragen. Schließlich trat die von Komiker Beppe Grillo gegründete Bewegung als „basisdemokratisch“ an. Zum Programm gehörten aber ursprünglich auch der Ausstieg aus dem Euro und die Begrenzung der Zuwanderung. Grillo sagte 2013 zum Thema lapidar: „Das Boot ist voll.“ Wenn nun die Fünf Sterne von ihrem Anti-Establishment-Kurs abweichen und mit den korrupten Sozialdemokraten koalieren, grenzt das an Verrat.

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