
Haftbefehl gegen eine Frau, die als Rädelsführerin einer gefährlichen Reichsbürgergruppe gilt, die den Umsturz plante. Elisabeth R. wurde heute im Landkreis Mittelsachsen festgenommen. Zudem erfolgten Durchsuchungsmaßnahmen bei der Beschuldigten sowie einer nicht beschuldigten Person, teilt die Bundesanwaltschaft mit.
Bereits im April hatte die GBA die Ermittlungen übernommen, denen zufolge vier Männer eine terroristische Vereinigung gegründet haben sollen, deren Ziel der Sturz der Bundesregierung sei. Die Gruppe plante in teils öffentlichen Telegram-Chats u.a. die Entführung von Gesundheitsminister Karl Lauterbach und Anschläge auf Einrichtungen zur Stromversorgung.
Die Beschuldigte ist dringend verdächtig, sich als Rädelsführerin an einer terroristischen Vereinigung beteiligt zu haben. Daneben wird ihr die mittäterschaftliche Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens gegen den Bund zur Last gelegt.
Der weitere Text liest sich wie aus dem Drehbuch eines Politthrillers:
Elisabeth R. verfolgt eine Ideologie, nach der die auf dem Grundgesetz beruhende staatliche Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland keine Geltung beanspruchen könne. Vielmehr existiere das Deutsche Reich auf Grundlage der Verfassung von 1871 weiter. Deshalb sei die Bundesrepublik Deutschland mittels einer „konstituierenden Versammlung“ in ein autoritär geprägtes Regierungssystem zu überführen. Spätestens im Januar 2022 schloss sich die Beschuldigte zur Verwirklichung dieser Bestrebungen einer Gruppierung an, der zumindest auch die gesondert Verfolgten Thomas O., Sven B., Michael H. und Thomas K. angehörten. Diese Gruppierung hatte es sich zum Ziel gesetzt, in Deutschland bürgerkriegsähnliche Zustände auszulösen und damit letztlich den Sturz der Bundesregierung und der parlamentarischen Demokratie herbeizuführen. Hierzu war geplant, einen bundesweiten „Black Out“ durch Beschädigung oder Zerstörung von Einrichtungen zur Stromversorgung herbeizuführen. Überdies sollte der amtierende Bundesminister für Gesundheit, Prof. Dr. Karl Lauterbach, gegebenenfalls unter Tötung seiner Personenschützer, gewaltsam entführt werden. Die Vereinigung untergliederte sich in einen operativen „militärischen“ und einen „administrativen“ Zweig.
Elisabeth R. war im administrativen Teil aktiv. Dort nahm sie eine übergeordnete Stellung ein und machte Vorgaben, um die Pläne der Gruppierung voranzutreiben und zu koordinieren. Sie war in Bemühungen insbesondere von Thomas O. und Sven B. eingebunden, Waffen und Sprengstoff für die Vereinigung zu beschaffen. Wiederholt forderte sie zudem eine rasche Umsetzung des Vorhabens ein und äußerte diesbezüglich konkrete Terminvorstellungen. Zugleich war die Beschuldigte mit der Rekrutierung geeigneter gleichgesinnter Personen befasst und führte auch selbst Gespräche für die Anwerbung potentieller Vereinigungsmitglieder. Darüber hinaus verfasste sie diverse Schriftstücke, die bei den geplanten Aktionen Verwendung finden sollten.
Fragen, die sich aufdrängen werden von der Qualitätspresse gar nicht erst gestellt.
Sehr konspirativ ist die Gruppe nicht vorgegangen. Sie nannten sich „Vereinte Patrioten“und agierten öffentlich auf Telegram. So war es sehr einfach, ihnen auf die Schliche zu kommen. Das Timing der heutigen Festnahme hat sicher nichts mit dem Anschlag auf den Bahnverkehr am Wochenende zu tun …


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4 Kommentare zu „Hochverrat: Telegram-Reichsbürgerin plante Lauterbach-Entführung und den Umsturz per Blackout“