|

|

Altersheim Deutschland – #GroKo-Politiker fantasieren von Vollkasko-Pflege als „Schlüsselbranche“

Unlängst unternahm Sachsens Ministerpräsident Kretschmer (CDU) den misslungenen Versuch mit dem Satz „Pflege ist Schlüsselbranche“ in die Geschichte einzugehen. Deutlicher kann man den gebrechlichen Zustand der Gesellschaft nicht beschreiben.

Der Landesvater des Freistaates Sachsen hob in seiner Rede bei der Landesgruppe Sachsen des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. die große Bedeutung der privaten Pflegeunternehmer hervor. Die Pflege sieht er als Schlüsselbranche für die weitere positive Entwicklung des Bundeslandes an. Sein Ziel sei es, Sachsen als Standort für Fachkräfte aus anderen Bundesländern und den angrenzenden osteuropäischen Staaten deutlich attraktiver zu machen. Er versprach, das drängende Thema Fachkräftemangel mit geeigneten Maßnahmen anzugehen und dabei auch für ein erheblich besseres Image zu werben …

 

Wie viel Pflegebedürftige muss der Freistaat denn produzieren, um Fachkräfte anzulocken, die Sachsen ein Wirtschaftswunder bescheren sollen, wie es Deutschland noch nie erlebt hat? Pflege ist sicherlich eine gesellschaftliche Verantwortung – keine Frage – aber sie kostet Geld und schafft keine Werte. Wer soll das bezahlen, wenn – etwas überspitzt gesagt – jeder zweite Arbeitsplatz direkt oder indirekt vom Pflegeboom abhängt?

Die Kollegin von der Schwesterpartei im Bundesstaat Sachsen-Anhalt gleich nebenan hat da eine Lösung: Die GroKo soll die Kosten übernehmen!

Die GroKo? Das schreibt ernsthaft die Mitteldeutsche Zeitung. Weil nämlich die Fach- und Hilfskräfte  jetzt so wahnsinnig viel mehr Geld bekommen, z.B. statt 9,50 unglaublich fette 10,05  € Mindestlohn, wird das für die Bewohner von Altenheimen und deren Angehörigen teurer.

Original MZ Sprech:

Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD), will die Pflegeversicherung eher als eine Art Vollkaskoversicherung. Der demografische Wandel bringe zwar Vorteile. „Er bedingt aber auch, dass die Zahl der Pflegebedürftigen wächst“, sagt Grimm-Benne. Parallel sinke das Rentenniveau. „Es besteht die berechtigte Sorge, dass sich immer mehr Pflegebedürftige die steigenden Eigenanteile nicht mehr leisten können und damit in die Sozialhilfe fallen.“

Doch gute Pflege dürfe keine Frage des Geldbeutels sein.

Ist sie aber, wie jede Dienstleistung, jede Ware, jedes Produkt.

„Das ist der Grund, warum wir die Umgestaltung der Pflegeversicherung in eine Pflegevollversicherung brauchen“, so die Ministerin. Sie fordert, dass eine Pflegevollversicherung bei den jetzt in Berlin beginnenden Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD besprochen werden soll. Dass damit Beiträge und Lohnnebenkosten steigen würden, sei zu rechtfertigen.

Und jetzt der geniale Schlusssatz:

„Denn es gäbe den Menschen die Gewissheit, im Pflegefall nicht auf Sozialhilfe angewiesen zu sein.“

Vollkaskopflege als Wirtschaftsmotor, unfassbar, diese Verarsche!

Weitersagen