Was machen Putin?

Tut er’s oder tut er’s nicht? Hätte er von Beginn an auf Einmarsch gesetzt, dann hat Putin das Überraschungsmoment verzockt. Die Drohkulisse ist auf beiden Seiten aufgebaut und der Konflikt muss irgendwie ausgetragen werden.

Welche Optionen hat Putin? Ein Rückzug ist nur ohne Gesichtsverlust möglich, wenn er weitreichende Forderungen gegenüber dem Westen durchsetzen kann. Seine Macht beruht auch innenpolitisch darauf, dass er strategisch klug und vor allem kühl handelt. Niemand erwartet von ihm, ein „lupenreiner“ Demokrat zu sein, wie es einst Gerhard Schröder formulierte. Putin wusste bis jetzt stets die richtigen Lager hinter sich zu bringen und dem Westen die Stirn zu bieten. Betroffen von den Sanktionen gegen Russland war eher Deutschland – die Geschäfte zwischen den Rivalen USA und Russland liefen dagegen bestens.

Aber Putin kann es sich nicht leisten, die Ukraine an die NATO zu verlieren, soll er jetzt solange provoziert werden bis er entweder doch einmarschiert oder aber politisch geschwächt aus der Krise hervorgeht und die Machtverhältnisse im Kreml in Schieflage geraten? Was hätten die USA davon? Ein politisch instabiles Russland ist viel gefährlicher als ein Einmarsch der Roten Armee in die Ukraine. Wie geht das Fingerhakeln zwischen Biden und Putin aus?

Eine kleine Teilantwort: Die Waffenhersteller können sich über volle Auftragsbücher freuen, wer klug ist und noch genügend Kapital hat, besorgt sich die entsprechenden Aktien.

Aber es geht nicht nur ums Geschäft. Wir bekommen in der „Weltpolitik“ nur das gezeigt, was wir sehen sollen. Und die Medien sollen Angst erzeugen, Panik, die gefügig macht und ablenkt. Und so wie Klaus Schwab sicher nicht der wahre Kopf hinter dem GREAT RESET ist, ist Biden ganz bestimmt nicht der politische Führer der USA, sondern nur eine Marionette. Die Frage ist, trifft das nicht (oder noch nicht) auch auf Putin zu?

Was also machen Putin? Krieg und Frieden? Wie im Vierten Buch des großartigen Epos von Tolstoi? Darin geht es um die Schlacht bei Tarutino, eine schmerzliche Niederlage für Napoleon. Haben die USA aus der Geschichte gelernt?


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3 Kommentare

  1. Ich sehe Biden als den grössten Risikofaktor, ich denke er geht davon aus, dass die USA mit Drohungen und durch Rumballern mit Drohnen und Raketen ihre Interessen durchsetzen können.
    Putin ist Realist, er wird einen kühlen Kopf bewahren und sich nicht provozieren lassen. Ich halte es aber für möglich, dass die USA die angekündigte „false flag“-Aktion selber inszenieren und so versuchen, einen Vorwand für Waffeneinsatz zu konstruieren und den Russen die Schuld zuzuschieben.
    Es ist gefährlich, dass die Schnattergans, die deutsche Regierung, EU-Offizielle und auch mal wieder die „Qualitäts“-Presse einseitig Putin die Schuld an der Krise zuschieben.
    Das Blödeste, das Deutschland tun könnte wäre, sich in bewaffnete Auseinandersetzungen hinein ziehen zu lassen.
    Putin soll mal gesagt haben : „Um die Bundeswehr zu besiegen, brauche ich keine Armee, da reicht die freiwillige Feuerwehr von Moskau.“

  2. Hier noch ein interessanter Beitrag zu der Frage, wie sich Putin verhalten wird:
    Breaking News: It seems the Kremlin Has Finally Seen the Light

    Here is an unusual opportunity to listen to a Russian Security Council Meeting today in which the frustrating relations with the West are discussed and which seems to reach the conclusion that Russia will announce today her recognition of the independence of the Donbass Republics. This will make it very difficult for Washington to continue to use Ukrainian forces to attack the republics.

    https://www.paulcraigroberts.org/2022/02/21/breaking-news-it-seems-the-kremlin-has-finally-seen-the-light/

    ( Breaking News: Es scheint, dass der Kreml endlich eine Erleuchtung hat

    Hier bietet sich die ungewöhnliche Gelegenheit, einem heutigen Treffen des russischen Sicherheitsrates zuzuhören. Dabei werden die frustrierenden Beziehungen zum Westen diskutiert, das Ergebnis scheint zu sein, dass Russland heute seine Anerkennung der Unabhängigkeit der Donbass-Republiken bekannt geben wird. Dies wird es Washington sehr schwer machen, weiterhin ukrainischen Streitkräfte einzusetzen, um die Republiken anzugreifen.)

  3. Es ist sehr schwierig für Putin, trotz der aggressiven Agenda der kriminellen Angelsachsen-Bande ruhig Blut zu bewahren und trotzdem nicht das Gesicht zu verlieren.
    Die Amerikaner UND Briten wissen das, und sie haben quasi 80 % der relevanten Weltpresse im Rücken.
    Gerade mit Verbrechern sollte man Abmachungen eben immer beweiskräftig treffen. Ein „Ehrenwort“ ist von solcher Seite keinen Pfifferling wert.

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