Ich mache einfach weiter – ohne Neujahrsansprachen. Ohne das übliche Zerfleddern der von Kanzlern, Präsides, Päpsten und sonstigen Grüßaugustinern abgesonderten Teleprompter-Plattitüden. Dieser ritualisierte Ablauf, angelehnt an die Rituale des Systems, bringt nichts voran. Im Gegenteil: Er sorgt für noch mehr Verstrickung, für Betäubung statt Erkenntnis. Auch den obligatorischen Blick zurück spare ich mir. Es gab und gibt immer gute und schlechte Zeiten – nicht nur am Nachmittag bei RTL.
Doch eine Erinnerung drängt sich auf, unausweichlich: Silvester 2015/16, die unfassbaren Vorfälle in Köln und anderen Großstädten. Und danach? Folgten irgendwelche Konsequenzen? Ich meine nicht die des sogenannten Rechtsstaats, der schon damals in kaum mehr als homöopathisch messbaren Dosen existierte, sondern die derjenigen, die dieses System tragen, verteidigen und bis heute nähren. Die Antwort kennen wir alle.
Umso mehr liegt es an uns, nicht zu verstummen, nicht nachzulassen und uns nicht einlullen zu lassen. Vorwärts immer – mit klarem Blick, festem Willen und der Entschlossenheit, einfach weiterzumachen.

