Genderforschung: wissenschaftlich wertlos und damit überflüssig

Ob marodes Schulsystem, Genderchaos, Sonderrechte für islamische Schüler oder schwache universitäre Diplome, Sarrazin nimmt kein Blatt vor den Mund.

Thilo_Sarrazin030709.jpg: Ninaderivative work: Saibo (Δ), CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Nicolas Faure: Herr Sarrazin, können Sie uns Ihre politische Position in Bezug auf Genderideologie und Frühsexualisierung erläutern? Sollte man Förderung der Gender-Forschung einstellen?

Biologisch gesehen, werden 99 Prozent der Menschen mit einem eindeutigen Geschlecht geboren. Gesellschaftlich gesehen, sollte jeder Mensch frei sein, seine Identität, auch was Sexualität und Gender betrifft, selbst zu bestimmen.

Die sogenannte Genderforschung halte ich weitgehend für wissenschaftlich wertlos und damit überflüssig.

Kinder und Jugendlich brauchen einen gesellschaftlichen Schutzraum, in der sie ihre Identität, auch ihre sexuelle, frei entwickeln können. Dazu gehört auch, dass man in der Erziehung sexuelle Fragen erst dann zu einem Thema macht, wenn sie sich durch die individuelle sexuelle Reifung objektiv stellen

Sind Sie der Auffassung, dass Einheitsschule zu Qualitätsverlust im deutschen Schulsystem führt?

Ein Qualitätsverlust im deutschen Schulsystem findet seit Jahrzehnten auf breiter Front statt, er beschleunigt sich gegenwärtig noch. Das hat eine wesentliche Ursache darin, dass man Angebote und Anforderungen im Unterricht nicht an der individuell unterschiedlichen geistigen Leistungsfähigkeit ausrichtet, sondern mehr Bildungsgsgleichheit durch allgemeine Absenkung der Anforderungen erreichen will. 

So kommt es dazu, dass unter den weniger begabten Schülern ein immer größerer Teil nicht einmal die Basiskompetenzen in Lesen, Schreiben, Mathematik erwirbt, während gleichzeitig bei den begabten Schülern das Leistungspotential nicht annähernd ausgeschöpft wird.

Muss es eine „geschlechterneutrale” Umgestaltung der deutschen Sprache unbedingt geben?

Die deutsche Sprache ist mit dem generischen Maskulinum bereits genderneutral. Der scheinbare Reformbedarf ergibt sich nur daraus, dass man aus ideologischen Gründen das generische Maskulinum nicht akzeptieren will.

Darf es in der Schule Sonderrechte für muslimische Schüler geben?

In der Schule sollten alle Schüler gleichbehandelt werden, und zwar so, dass ihre sehr unterschiedlichen Begabungen optimal gefördert werden. Die Religion darf dabei keine Rolle spielen.

Sollten im Unterricht Diplom, Magister und Staatsexamen wieder eingeführt werden?

Einen Weg zurück hinter die Bologna-Reformen gibt es leider nicht. Als das deutsche Bildungssystem noch leistungsfähig war, also bis vor ca. 40 Jahren, entsprach das deutsche Abitur in seinem Bildungsniveau in etwa dem Bachelor an einem amerikanische College. Folgerichtig begann ein deutsches akademisches Studium gleich auf Master-Niveau. Der deutsche Diplom-Ingenieur oder Diplom-Physiker war beim Diplomexamen häufig sogar jünger als ein amerikanischer Absolvent mit konsekutivem Bachelor- und Masterabschluss. Das Staatsexamen gibt es immer noch dort, wo bestimmte Standards objektiv erfüllt werden müssen, z.B. bei Jura und Medizin.

Erstveröffentlichung in französischer Sprache: ripostelaique.com


Mehr von Opposition 24

Mit einem kostenlosen Abonnement erhalten Sie alle Beiträge per Email



Kommentare

2 Antworten zu „Genderforschung: wissenschaftlich wertlos und damit überflüssig“

  1. Rumpelstilzchen

    Natürlich hat er recht, aber die “woke”, gutmenschliche u. weltoffene “Zivilgesellschaft” wird das nicht kratzen.

    Und das Volk will es ja mehrheitlich genau so, sonst würde es die Deutschlandabwracker nicht bei jeder Gelegenheit mit großer Mehrheit wählen.

    Die verheerenden Folgen der jahrzehntelang praktizierten kontinuierlichen Absenkung der Anforderungen schlägt jetzt bis in “unsere Demokratie” durch, in geradezu apokalyptischem Ausmaß.

  2. OStR Ing.-Wiss. Peter Rösch

    Der staatlich-mediale Corona-Terror beruht letztlich auf einem allgemein niedrigen Bildungsstand. Im Kern geht es bei den gesellschaftlich hingenommenen Übergriffen um ein Bildungsproblem.