Das Leben des Bijan: Damensauna mit Bart

Mir fällt eine Menge dazu ein, zu dieser Sache mit der „bärtigen Transfrau“ in der Damensauna, aber bevor ich mich möglicherweise um Kopf und Kragen schreibe, blättere ich schnell noch mal bei Google und bringe mich auf den neuesten Stand. Inzwischen hat sich nämlich die Transfrau Bijan Tavassoli exklusiv auf Pleiteticker.de zu dem Vorfall geäußert und wilde Drohungen ausgestoßen, jeden zu verklagen, der ihn nicht in die Damensauna lässt. Liest man das Interview mit dem Mitglied der Hamburger Linkspartei weiter, klingt es verdächtig nach Satire.

„Die Frauen in der Sauna, die mich angegriffen haben, waren größtenteils weiße, heterosexuelle Cis-Frauen. Ich war die einzige lesbische Transfrau mit Migrationshintergrund. Es war völlig offensichtlich, wer hier das größere Opfer ist und wer den Schutzraum am meisten braucht: ich.“

Pleiteticker.de 

Die Szene könnte aus einem Monty Python Film stammen, der den Titel „Das Leben des Bijan“ trägt. Falls es wirklich so sein sollte, wie man auf Pleiteticker vermutet und der Jurastudent eine Art satirische Live Performance aufführt, ist ihm dieses Mal ein größerer Coup gelungen. Aber Zweifel daran werden laut, wenn man sich über seine früheren „Späße“ informiert. Da feierte er zum Beispiel den Tod von Bundeswehrsoldaten in Afghanistan und gratulierte den Taliban zur Machtübernahme. Solche Scherze können böse enden, wenn man sie in einem der Länder äußert, denen Herr Tavassoli seinen Migrationshintergrund verdankt. Brian landete singend am Kreuz. Wohin führt das Leben des Bijan?

Und hier ein lustiges Video auf Massengeschmack TV, das so beworben wird: „Bijan Tavassoli hat kürzlich auf dem Parteitag der Hamburger Linken für Furore gesorgt. Denn er bzw. sie hat auf einem quotierten Platz für Frauen kandidiert – trotz männlichen Aussehens. Bijan hat sich zur Frau erklärt – und bleibt auch im Interview bei dieser Haltung. Eine umstrittene Persönlichkeit, die auch mit provokativen Aussagen immer wieder von sich reden machte.“

Also doch! Ein Troll? Die Zuschauer sind sich da teilweise nicht ganz so sicher.

  • @Redius983 meint: Vor 2014 hätte ich das noch locker als Trolling observiert. Heute schwanke ich zwischen Geisteskrankheit und Profi-Troll
  • @Asgar555: „Southpark Staffel 23 Folge 7 – Brettspiele“ – Hat das Thema als Satire umgesetzt. Mittlerweile wird sowas ernst gemeint. Ich denke allerdings auch, dass Herr Tavassoli diese bekloppte Situation einfach gnadenlos zu seinem Vorteil ausnützt und das tatsächlich selber kaum glauben kann, dass er damit wirklich so durchkommt. Der lacht sich doch jeden Abend nen Ast ab
  • @girlfromgermany: Selbst wenn das wirklich nur Satire ist hab ich grad das Gefühl, dass unsere Gesellschaft demnächst völlig überschnappt wenn’s so weiter geht. In diesem Fall bin ich tatsächlich froh, dass das nur ein Ausschnitt aus dem kompletten Gespräch ist.

Ach du armes Girl, beruhige dich, wir sind schon lange völlig übergeschnappt. Auf dem Höhepunkt der Esoterikwelle in den Neunzigern nutzte der damals völlig unbekannte Guildo Horn den Tod des Schlagersängers Roy Black und erklärte sich zu seiner Reinkarnation. Schon stimmlich liegen Welten zwischen Original und Fälschung, von der Ästhetik ganz zu schweigen. Niemand nahm die eigentlich ziemlich geschmacklose Geschichte ernst, doch Guildo machte damit Karriere und landete später beim „Grand Prix“ auf einem beachtlichen siebenten Platz.

Der Grand Prix heißt heute ESC und Geschlechtsverwirrte aller Couleur geben sich nun dort die Klinke in die Hand, als wäre es das Normalste von der Welt. Und da schließt sich der Kreis. Wie war das noch mit Conchita Wurst, dem Mann mit Bart im Frauenkleid? Ist auch schon wieder neun Jahre her, wie die Zeit vergeht.

Auf den großen Bühnen ist schon gar nicht mehr genug Platz für all die Transgenderfluiden mit und ohne Gebärmutter, da erscheint der Gang in die Politik auf der Suche nach größtmöglicher Aufmerksamkeit nur logisch. Die Zeit für den ersten Regenbogenkanzler wird bald gekommen sein!

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