Raketenofenboom: Der gute alte Feuertopf heisst jetzt „dutch oven“

Feuertopf „dutch oven“

Das Ding ist der Renner und bei einigen Lieferanten kaum noch zu kriegen. Der Preis für die Raketenöfen liegt fast überall bei ca. 120 Euro, ob bei Amazon-Händlern, dem Kopp-Verlag oder meinem Lieblingsoutdoorshop im hessischen Biedenkopf, wo unser Modell her stammt. Die Summe kann man ruhig mal investieren, wenn man keine Küchenhexe oder sonstige Feuerstelle im Haus hat, die bei Stromausfall zum Kochen dient.

Natürlich kann so ein Raketenofen – genau wie jeder andere Grill – nur draußen benutzt werden. Im Notfall tut es natürlich auch eine Feuerstelle auf dem Boden, wenn man dazu den passenden Topf hat, den Feuertopf, auf Platt und Niederländisch einfach Pot, Pott oder Pottje genannt. Deutsche und holländische Auswanderer machten ihn in den USA und Afrika bekannt, daher rührt der heutige Katalogname „Dutch oven“.

Raketenofen

Auf dem Raketenofen kann man aber jeden Topf, jeden Kessel, jede Pfanne benutzen, die auch auf einem Gasherd funktionieren würden. Ob Edelstahl, Emaille oder Gusseisen ist mehr oder weniger nebensächlich.

Als Brennstoff kann man neben Grillkohle, Pellets oder Brennholz im Prinzip alles verwenden. Ein paar Äste aus dem Wald dienten uns zum gestrigen Eintopf. Zum Anzünden genügt ein DIN A4 Blatt oder ein Stück Pappe, irgendwelche Grillanzünder würde ich nicht verwenden, ist uncool. Mit den zwei Türen kann man die Luftzufuhr regulieren, Holz schiebt man auf dem mitgeliefertem Gestell einfach nach. Es ist faszinierend, wie schnell der Topf heiss wird und wie wenig Holz man braucht. Ein Spazierstock reicht tatsächlich für ein Mittagessen.

Den Feuertopf reinigt man natürlich nicht in der Spülmaschine, es genügt ein wenig Abbürsten und Auswischen – also alles ohne Chemie und Abwasser, so richtig nachhaltig. Und wenn es dann doch nicht zum Krisenfall kommt, kann man jederzeit auf Balkon, Terrasse oder Hinterhof für ein wenig Abenteuerstimmung sorgen, wenn es mal wieder langweilig ist.

Eines noch: Diese ganzen Anleitungen und empfohlenen Sicherheitsmaßnahmen hat es früher nicht gebraucht und sind auch heute unnötig. Hatten Cowboys feuerfeste Handschuhe? Ich glaube kaum. So ein Topf wird nun mal heiß und das sollte auch heute noch jedes Kind recht schnell lernen. Guten Appetit.

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