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Gruppenvergewaltigung: Freisprüche für alle Angeklagten im Fall Anna (12) – Justiz verhöhnt das Opfer

Wien. Der größte Missbrauchsprozess der letzten Jahre endet im Skandal: Alle zehn Angeklagten, die sich an der damals erst zwölfjährigen Anna (Name geändert) in Wien-Favoriten vergangen haben sollen, wurden freigesprochen – nicht rechtskräftig. Nach nur zweitägigem Prozess sprach der Schöffensenat die Burschen im Alter zwischen 16 und 21 Jahren frei. Es handelt sich um österreichische, türkische, nordmazedonische, bulgarische und syrische Staatsbürger. Wie krone.at berichtet, folgte das Gericht der Argumentation der Verteidigung, die auf Widersprüche in den Aussagen des Mädchens verwies .

Dabei war der Tatvorwurf eindeutig: In einem Hotelzimmer sollen sich mehr als zehn Jugendliche nacheinander an dem Kind vergangen haben. Anna selbst gab an, „Nein“ gesagt zu haben, fühlte sich aber unterlegen und machte mit. Die Angeklagten wiederum behaupteten, sie hätten nicht gewusst, dass sie unter 14 war. Reue? Fehlanzeige. Die Angeklagten gaben sich vor Gericht siegessicher, zeigten nach der Verkündung den Stinkefinger und pöbelten Fotografen an. Unrechtsempfinden? Nicht vorhanden.

Selbst die Staatsanwältin machte in ihrem Schlusswort klar: Es gehe nicht um ein Exempel, sondern darum, den Burschen das Unrecht vor Augen zu führen. Doch die Richter urteilten anders. Ihre Begründung: zu viele Widersprüche. Für das Opfer ein Schlag ins Gesicht, für Täter ein Freibrief – und für die Gesellschaft ein Justizskandal, der fassungslos macht.

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