#Aneignung: Original-Winnetou trug Männerdutt

Jetzt wird es hart für die woke Mischpoke. Das hier ist der Original Buchdeckel der klassischen Ausgaben (ab 1893) der Bände Winnetou I bis III von Karl May. Das Bild zeigt die Hauptcharaktere, wie sie sich der Schriftsteller höchstpersönlich vorstellte. „Old Shatterhand“, Karl Mays Alter Ego, trägt Bart und Hut und Winnetou unverkennbar eine Frisur, die man heute als Männerdutt bezeichnen würde. Schaut genau hin:

Karl May war für seine Detailgenauigkeit bekannt. Sein Wissen über die Orte, die er selbst nie bereist hatte, bezog er aus Büchern und Zeitschriften. Dabei erlag er logischerweise den Irrtümern seiner Zeit, doch gerade weil er behauptete, tatsächlich alle Abenteuer als „Old Shatterhand“ und „Kara Ben Nemsi“ selbst erlebt zu haben, bemühte er sich, seine Schilderungen so authentisch wie möglich zu halten. Ein grober Patzer, wie eine falsche Frisur bei den beschriebenen Indianervölkern wäre ihm mit Sicherheit nicht unterlaufen. Es gibt wenige historische Fotos von Pueblo-Apachen, zu denen der fiktive Winnetou gehörte, und diese zeigen meist Krieger mit Hüten und langem Haar. Und doch scheint die Darstellung auf der Erstausgabe der Winnetou Romane authentisch zu sein.

Ursprünglich trugen die meisten Männer im Südwesten ihre Haare in einem Chongo-Stil, ähnlich dem der Frauen (Chongo ist ein Pueblo-Wort; die gleiche Frisur ist auch als Tsiiyeel bei den Navajo und Hömsoma bei den Hopi bekannt).

King Bandana

Ja und so einen Chongo ähnlichen Look würde man heute als Männerdutt bezeichnen. Also ihr Hipster, wenn ihr nicht unter Rassismusverdacht fallen wollt, geht ganz schnell zum Friseur! Wer es nicht glaubt, klickt hier.


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