Erneut hat der MetaPol Verlag ein hervorragendes Heft des Periodika Agora-Europa vorgelegt. In der Summe aller sieben Ausgaben hat die Zeitschrift gezeigt, dass sie als Frontblatt der Rechten gesehen werden muss. Verstecken sich andere Blätter in ihrer ewigen Blase und teilen ihren Leser jahrelang das Gleiche, mit den gleichen Autoren mit, wagt Agora-Europa den Blick auf wirklich existenzielle Fragen unseres Volkes, wie: Transhumanismus, Globalismus, Europa, Krieg und Frieden, Geldordnung und Weltordnung, Tradition und Gesellschaft, und eben auch Philosophie und Religion wovon die neuste Ausgabe handelt.
Letzteres wird hier näher besprochen:
In heutigen Kontroversen nehmen Glaubensgemeinschaften verstärkt an der Meinungsbildung teil und formen damit den geistigen Zustand der Deutschen. Die deutsche Rechte kommt nicht darum herum, sich zu diesen Entwicklungen zu positionieren. Die 7. Ausgabe der Agora-Europa setzt deshalb Religion zu Ihrem Schwerpunkt.
Peter Steinborn eröffnet die Debatte mit „Religion der Echte Rechten“. In diesem Beitrag ordnet er die Religion innerhalb der Links-Rechts-Dichotomie ein und erklärt rational, warum die Echte Rechte sich der Transzendenz gegenüber öffnen und sich dem Göttlichen zuwenden soll. Bei der Untersuchung der Religion in der Evolution, kommt er zu den folgenden Erkenntnissen.
- Religion hat stets das Heilige im Zentrum, dieses ist Voraussetzung für Ordnung im Chaos der profanen Welt.
- Das Heilige existiert auch in modernen säkularisierten Gesellschaften.
- Religion ist gemeinschaftsfördernd.
- Das Heilige spiegelt sich in tradierten Werten wieder.
- Das Volk ist eine Schicksalsgemeinschaft mit gemeinsamer Geschichte.
- Das Vaterland ist der heilige Raum.
- Das Heilige und der Glaube an das Göttliche sind Garanten und Grundvoraussetzungen einer stabilen und fruchtbaren Gemeinschaft.
Im Beitrag „Der Mensch und die Hierarchie: Homo Hierarchicus und Homo Equalis, zeigt Alexander Markovics auf, dass das Konzept der Hierarchien von Anfang an eine religiöse Bedeutung in sich trug. Es behielt und behält einen religiösen und sakralen Charakter. Die Moderne, die ohne Gott sein will hat seit Jahrhunderten bestehende Hierarchien geschliffen, diese müssen wieder hergestellt werden, nur dann können wir uns wieder den „eschatologischen Optimismus“ (Darja Dugina) aneignen.
Josef Schüßelburner beschäftigt sich mit „Zivilreligion und universellen Menschenrechte“. Er stellt fest, dass in Gesellschaften des Westens Menschenrechten auf eine religiöse Ebene gehoben werden. Das geschieht, indem man Grundrechte zu staatlichen Werten mit universellem Geltungsanspruch ausruft, zu den sich alle Mitglieder einer Gemeinschaft bekennen müssen, wer nicht mitmacht wird zum Häretiker und zum Verfassungsfeind gemacht.
Wolfgang Bendel argumentiert in „Religion und Aristokratie“ warum die Religion nicht nur für aristokratische und monarchistische Staaten wichtig ist, sondern allgemein eine stabile Grundlage für ein Staatswesen bildet, dem das Wohl des eignen Volkes am Herzen liegt. Er sieht es als gültiges Gesetz, dass Religion niemals einen Zeitgeist untertworfen sein darf.
Ein weiterer Beitrag von Peter Steinborn beschäftigt sich mit der Figur des Antichristen im aktuellen politischen Denken. Widersprüche in den Thesen des US-amerikanischen Vordenker von J.D. Vance, Peter Thiel, werden von ihm aufgedeckt und dem „Einen Welt-Staat“ eine Absage erteilt.
Mit den Beiträgen „Gegen den Anti-Islam von Dominik Schwarzenberger und „Christsein und authentische Rechte-Einige Konvergenzen sind zu erkennen“ von Felix Dirsch, zeigt Agora- Europa, dass die Zeitschrift sich auch für kontroverse Debatten öffnet. So fordert Schwarzenberger die Aufgabe des Feindbildes Islam, worin er lediglich ein dogmatisches Weltbild der Atlantiker sieht. Felix Dirsch sieht eher ein Erstarken von „Rechtem Christentum“ worin er eine wachsende Kraft gegen die Instrumentalisierung des Glaubens sieht. Gegen das „Allah akbar“ wie 2015 spricht er sich aus. Warum er aber ausgerechnet Frau Caroline Sommerfeld-Lethen als Vorkämpferin in den Verteitigungsschlachten „gegen islamische Invasoren“ sieht ist schwer zu verstehen? Bis in jüngster Zeit hat Sommerfeld-Lethen ihre Sympathie für die Gedanken Rudolf Steiner bekundet und sich bei seinen anthroposophischen Nachfolgern engagiert. Noch 2021 hat sie den Briefwechsel mit dem Anthroposophen Martin Barkhof veröffentlicht, aus dem eine gefestigte katholische Gesinnung schwer zu erkennen ist, was auch verständlich ist, denn Steiner war nie ein Katholik.
Weitere Beiträge: D. Schwarzenberger: „Zur Identitären und geopolitischen Dimension von Religionen“; Anatolij Seller: „Die neue Religion Europa; Tom Dieke: „Die Ahnenverehrung als religiöser Akt echter Religiosität; Cristian Barros: „Heidegger in Theran: Politische Theologie des Irans; Ernst Rahn: „Bestandsaufnahme: Rückgang oder Atomisierung der Religiosität in Europa“
Zum Schluss muss noch das Interview mit Alain de Benoist über sein Buch „Heide sein“ als besonders lesenswert erwähnt werden. Es wurde von Alexander Markovics geführt.
Zu beziehen: MetaPol-Verlag, Charlottenstrasse 34, 01099 Dresden.

