
Bei Frauen ist es Brustkrebs, bei Männern zählt Prostatakrebs zu den häufigsten Krebsarten. Jüngste Erhebungen zeigen, dass auch der Hodenkrebs immer mehr auf dem Vormarsch ist. Beide Erkrankungen sind bei rechtzeitiger Erkennung sehr gut behandelbar, doch immer mehr junge Männer greifen zu drastischen Vorbeugemethoden und lassen sich kastrieren.
Urologen erklären, dass durch die vollständige Entfernung der Hoden die Produktion von Sexualhormonen eingestellt wird, wodurch aggressive Formen von Prostatakrebs geheilt werden können. „In vielen Fällen ist das aber nicht notwendig“, so Dr. Erek Tiledys von urologischen Notfallambulanz der Uni Marburg. „Wie bei Frauen die prophylaktische Entfernung der Brüste als Trend aus den USA vor Jahren auch nach Europa überschwappte, beobachten wir diese Entwicklung jetzt auch bei jungen Männern mit großer Sorge. Die Folgen sind noch gar nicht abzuschätzen, daher raten wir unseren Patienten dringend zur Einlagerung von Spermaproben, um bei späterem Kinderwunsch darauf zurück zu greifen.“ Die meisten Kastrationspatienten, berichtet der Mediziner weiter, stammen aus gutbürgerlichen Verhältnissen, wohnen überdurchschnittlich oft am Prenzlauer Berg und wählen grün.

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