Die Europäische Union soll Lithiumorotat-Dihydrat auf Grundlage der aktuellen Forschung neu bewerten. Das fordert der freiheitliche EU-Abgeordnete Gerald Hauser. Anlass ist die Beendigung eines EU-Verfahrens zur Zulassung des Stoffes als neuartiges Lebensmittel im März 2026. Aus Hausers Sicht blieb dabei offen, ob unvollständige Unterlagen oder konkrete wissenschaftliche Sicherheitsbedenken den Ausschlag gaben.
In einer schriftlichen Anfrage an die EU-Kommission will Hauser deshalb wissen, welche Angaben zur Identität, Herstellung, Zusammensetzung und Sicherheit des Stoffes als unzureichend bewertet wurden. „Es darf nicht sein, dass ein Verfahren einfach beendet wird und die Öffentlichkeit anschließend im Dunkeln bleibt“, kritisiert der Abgeordnete. Die zuständigen Stellen müssten nachvollziehbar benennen, welche Informationen fehlen oder welche Bedenken bestehen.
Hauser verweist dabei auf eine 2025 in Nature veröffentlichte Studie zur Lithiumhomöostase und Alzheimer-Erkrankung. Darin wurden unter anderem Effekte niedrig dosierten Lithiumorotats in Alzheimer-Mausmodellen untersucht. Hauser sieht darin einen wichtigen Anlass für weitere wissenschaftliche Prüfung. Die Untersuchung ersetzt allerdings weder die regulatorische Bewertung eines konkreten Präparats noch belegt sie eine vorbeugende oder therapeutische Wirkung beim Menschen.
Nach Hausers Darstellung geht es ausdrücklich nicht um die in der Psychiatrie verwendeten Dosierungen, sondern um eine Zufuhr von ungefähr einem Milligramm elementarem Lithium pro Tag. „Ich fordere keine Zulassung auf Zuruf. Ich fordere, dass die Behörden die Frage offen, transparent und auf Grundlage der aktuellen wissenschaftlichen Daten beantworten“, erklärt er. Sollten die vorgeschriebenen Sicherheits- und Qualitätsanforderungen erfüllt sein, müsse auch eine Zulassung möglich bleiben.
Als weiteren wissenschaftlichen Hintergrund nennt Hauser eine Ausarbeitung von PD Dr. Michael Nehls zur möglichen ernährungsphysiologischen Bedeutung von Lithium. Die vollständige Presseaussendung von Gerald Hauser ist auf der Internetseite der FPÖ abrufbar.

