Die Freie Ärzteschaft e.V. hat den geplanten bundesweiten Roll-Out der elektronischen Patientenakte (ePA) scharf kritisiert. Die Organisation bezeichnet die Einführung als “verantwortungslos” und verweist auf weiterhin bestehende Sicherheitslücken. Dr. Silke Lüder, stellvertretende Vorsitzende der Freien Ärzteschaft, betont, dass die beim Chaos Computer Club (CCC) im Dezember 2024 aufgedeckten Schwachstellen nach wie vor bestehen. Sicherheitsforscher wie Tschirsich und Kastl bestätigten am 9. April 2025, dass die ePA weiterhin mit geringem Aufwand angreifbar sei.
Die Freie Ärzteschaft fordert eine unabhängige Bewertung der Sicherheitsrisiken und kritisiert die zentrale Speicherung sensibler Gesundheitsdaten bei Unternehmen wie IBM unter der Verwaltung der Krankenkassen. Dr. Lüder hebt hervor, dass Vertrauen nicht verordnet werden könne und eine echte Freiwilligkeit für Patienten und Ärzte notwendig sei.
Wieland Dietrich, Vorsitzender der Freien Ärzteschaft, äußert sich ebenfalls kritisch: “Seit 20 Jahren werden haltlose Versprechungen für das Mammutprojekt elektronische Patientenakte gemacht. Milliarden wurden verschwendet, keine einzige Verbesserung ist bisher eingetreten.” Er kritisiert insbesondere die Abschaffung der ärztlichen Schweigepflicht durch die Möglichkeit, dass nahezu alle Mitarbeiter des Gesundheitswesens auf die Krankengeschichte der Patienten zugreifen können.
Die Organisation fordert, das Projekt zu stoppen oder zumindest die Bürger durch sachgemäße Risikoaufklärung zu schützen und eine echte Freiwilligkeit (Opt-in-Modell) für Patienten und Ärzte zu garantieren.


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