Kriegsteilnehmer bei Spiegeleiern mit Bacon

sunny-side up served on plate

Es ist strahlender Sonntagmorgen, ein Strauß bunter Tulpen auf dem Frühstückstisch, eine Bio-Bienenwachskerze flackert wie immer und duftet, wie es eben Bio-Bienenwachskerzen so tun. Ganz ohne besonderen Anlass. Ob nun aus Tradition zu Ehren eines Tages, einer Person, einer festlichen Zeit – oder aber eingedenk dessen, dass zehn Autostunden weiter östlich, gerade vielen just in diesem Augenblick das Lebenslichtchen ausgeblasen wird. Einfach so.

Die Kaffeebrühe, so heißt sie bei uns heute noch, quält sich schnaubend und lautstark wie fernes Grollen durch die Melittamaschine. Gleichzeitig dröhnt sekundenlanger Donner von der Front aus dem Fernsehgerät, das näher an den Frühstückstisch gerollt wurde, sozusagen als dritter im Bunde. Die Fernbedienung wurde strategisch, aber ohne besondere Beachtung der Frontlinien neben der Zuckerdose platziert. Der Topf mit ukrainischem Honig, noch aus Friedenszeiten stammend, wurde am Brotkorb in Stellung gebracht.

Der Bio-Bacon in der Pfanne dauert, soll er doch schön knusprig werden. Bio-Hühnereier brutzeln daneben so vor sich hin, wie es eben Spiegeleier unter Hitzeeinwirkung so tun, in Kriegs- wie auch zu Friedenszeiten. Doch welch‘ ein „Bedienungs“- oder Materialfehler beim Aufschlagen zerbrach nicht nur die Schale eines friedlichen Bio-Eis, vielmehr zerlief es, sodass das gewohnte schöne Bild eines Spiegeleis verlustig geht. Doch wir sind im Lebenskampf gestählt und überleben dieses Malheur an der Front am Herd.

Aus dem Laptop, der sozusagen als vierter im Bunde mittlerweile gleich einem Geschütz auch auf dem Küchentisch Platz postiert wurde, rechts vom Brotkorb und links von der Butter, fallen Raketentrümmer, nachdem diese gerade ein Wohnhaus pulverisiert hatten. Die streichzarte Butter wird mittels eines kampftauglichen Instruments, einer stählernen Klinge aus Kruppstahl auf dem halbierten Rosinenbrötchen geglättet. Dabei geht der Anblick der Rosinen gänzlich verloren, wie der Blick auf Minen, die in ukrainischer Erde durch ebensolche versteckt werden.

Blutrote Bio-Himbeer-Erdbeermarmelade trieft vom Löffelchen auf die buttergeschmierten Rosinenbrötchenhälften. Just im selben Augenblick schießt uns tausendfach die gleiche Farbe aus einer Telegram-Seite unseres mobilen Fernsprechers entgegen. Blutüberströmte Menschen rennen aus Ruinen und um ihr Leben. Manche liegen bis zur Unkenntlichkeit verbrannt auf der Straße. 

Mittlerweile sind auch die Bio-Bacon-Scheiben, frisch vom friedlichen märkischen Bio-Bauernhof verkohlt wie die Bio-Bauern-Hühnereier, die wir, ob der geistigen Informationsaufnahme aus unseren elektronischen Fernaufklärern am Frühstückstisch, ganz aus den Augen und Gedanken verdrängt hatten.

Wir verdrängen jetzt einfach weiter. Ein schönes Stück Schweinebraten, vermutlich eines der Letzten aus ukrainischem Import, kommt nun in den Backofen. Das Schöne an diesem fein gewürzten Krustenbraten ist, wie das Wort schon sagt, die Kruste. Ob sie uns heute munden wird? Erinnert sie nicht auch an verbrannte Erde?

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