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Und wenn die Währung „Mensch“ heißt?

In dem Artikel „Eine Welt ohne Geld: Zukunft zwischen Kontrolle und Freiheit?“ geht es um einen technologischen Ansatz. Am Ende gibt es weder Bargeld noch eine andere Währung. Das übersteigt wahrscheinlich die Vorstellungskraft der meisten Menschen, aber beim Wechsel von Münzgeld auf Papiergeld verhielt es sich wohl nicht viel anders.

Dieselbe Skepsis herrscht nicht ganz zu Unrecht bei der aktuellen Digitalisierung der Währungen und der Verdrängung des Bargelds, wodurch die Zentralbanken noch mehr Macht erhalten, als sie ohnehin schon besitzen. Am Geldmonopol als solches ändert sich aber nichts und darum sehe ich auch die verzweifelten Versuche, das Bargeld zu retten, als letztlich sinnlos an. So sinnlos wie „wählen“, wenn man eigentlich weiß, dass die Parteiensysteme von heute, nicht nur die „Demokratien westlicher Prägung“, nicht mehr lange Bestand haben werden. Solche Widersprüche, getragen von Hoffnung, dass doch noch etwas zu retten sei, gehören zum Leben dazu und sie sind es, die uns menschlich machen und von den Maschinen unterscheiden.

Ich zitiere aus einem älteren Artikel:

Die echte Währung heißt Mensch

Wir werden bald erleben, was das bedeutet. Nur auf sie können wir uns verlassen. Unsere Lieben, unsere Familie, unsere Freunde und all jene, die menschlich geblieben sind in diesen dunklen Zeiten. Sie verlangen keine Zinsen, wenn sie uns zu Essen geben, fordern kein Danke, wenn sie uns als Säugling an ihrem Busen nähren, sondern genießen mit uns das Gefühl der Verbundenheit, der grenzenlosen Liebe, sie unterscheiden nicht zwischen Geben und Nehmen, sondern lassen fließen. Nur darauf kommt es an. 

Solche Ansätze werden Sie vergeblich in einem Parteiprogramm suchen, sie stehen in keiner Verfassung und werden nirgendwo an den Universitäten gelehrt. Manche Diktatur heuchelt vom „Mensch im Mittelpunkt“ und verspricht ihren Unterstützern blühende Landschaften, die niemals Wirklichkeit werden können, weil sonst die Begründung für die Aufrechterhaltung der Herrschaftsstrukturen fehlt. Wer jetzt glaubt, das alles bricht einfach so zusammen, mag guter Hoffnung sein, doch es steckt Plan dahinter, wenn das Destruktive am Werk ist. 

Und kommen wir zurück zum Geldsystem, wie müsste es konkret beschaffen sein? Brauchen wir Geld? Oder braucht ein Geldsystem, welches auch immer, uns? Brauchen wir Geld, um Handel zu treiben? Nur, weil es sich keiner mehr anders vorstellen kann oder genau deshalb, glauben wir, dass eine Welt ohne Geld nicht möglich ist? Kann das sein? „Money makes the world go round“, singt wer? Und wer hat gesagt, dass wir dazu tanzen sollen?

Money ist Goldenes Kalb und Trojanisches Pferd zu gleich. Den Mächtigen geht und ging es nie um Geld. Ihre Währung war und ist schon immer Mensch, denn darauf beruht ihre Macht. Ein Konzern, zum Beispiel Apple oder Microsoft, ist mächtiger, je mehr Menschen ein iPhone oder ein Windows-Gerät kaufen benutzen, das Betriebsergebnis spielt nicht so eine große Rolle. Das sollte auch jedem einleuchten, der verbissen für den Papiereuro kämpft, der ihm angeblich irgendeine Freiheit ermöglicht. Was für ein Trugschluss.

Wenn die Währung Mensch heißt, dann haben wir alles in der Hand, um den Mächtigen zu trotzen. Was gibt es da noch zu fürchten?