Kuh zum Metzger – die Milch kommt aus der Fabrik

Die Entfernung zwischen Laura, meiner Lieblingskuh und der Wohnküche betrug weniger als zehn Meter. Unsere Mutter brachte frisch gemolkene Milch, erhitzte sie und goss sie in große Tassen. Wir drei Buben gaben Kaba hinein. Den Hefezopf mit Rosinen haben wir so lange eingebrockt, bis die Löffel senkrecht standen. So gestärkt gingen wir zur Schule, die gerade einmal vierhundert Meter entfernt war. Milch hatte damals ein Gesicht, ein Fell und einen Namen.

Jetzt braucht man für Milch keine Kühe mehr

Forscher aus Israel haben Bakterien genetisch verändert. Gene, die innerhalb der Kuh dafür sorgen, dass aus Gras und Heu Milcheiweiß entsteht, wurden in diese Mikroorganismen eingebaut. Billionen dieser Bakterien schwimmen nun in großen Behältern. Sie werden mit Zucker gefüttert, aus gentechnisch verändertem Mais, weil er preiswerter ist.

Bei der Kuh war das einfacher.

Vorne kam Gras und Heu hinein. Die Milch kam aber nicht freiwillig heraus. Sie musste gemolken werden, mit der Hand oder mit der Maschine. Doch damit ist bald Schluss.

In den USA und in Kanada ist diese neuartige Milch bereits zugelassen. Sie nennt sich Re-Milk, was nichts anderes heißt als nachgemachte Milch. In der Europäischen Union läuft das Zulassungsverfahren noch. In den großen Tanks fressen die Bakterien dann Zuckerm, kein Gras oder Heu. Das Ausscheidungsprodukt der Bakterien ist chemisch so ähnlich wie Milcheiweiß. Daraus wird dann ein Getränk hergestellt, das aussieht wie Milch. Prost Mahlzeit.

Kühe sind mit Schuld am Klimawandel

Die Begründung für diesen Umbau lautet Klima. Kühe erzeugen Abgase. Die einen riecht man, die anderen entweichen durch das Maul, vor allem Methan. Methan gilt als besonders klimaschädlich. Millionen Kühe werden so zum Problem erklärt. Die Lösung ist einfach. Die Kuh muss weg. Am besten gleich zum Metzger.  

Bald Impfung im Re-Milk-Glas?

Wir haben gesehen, wie Gentechnik ohne ausreichende Tests in Impfungen verwendet wurde. Was hindert diese Forschung daran, die umgebauten Bakterien auch zur Herstellung von Gen-Medikamenten zu nutzen? Stoffe, die wir morgens in den Kaffee schütten oder mit Kaba trinken. Und wer Zweifel anmeldet, gilt als gestrig.

Fröhliche neue Welt. 


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