Immobilienblase platzt

Noch ist es nicht ganz so weit, doch die ersten Vorboten kündigen zuverlässig den Schrecken an, der bald den Immobilienmarkt erfassen wird. Angesichts der grassierenden Inflation und steigenden Bauzinsen lässt sich das Szenario nicht mehr aufhalten. So sank die Zahl der Baugenehmigungen im Mai 2022. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, betrug der Rückgang 2,1 %.

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe warnt: „Bis Mai erteilten die Behörden in diesem Jahr damit 155 347 Baugenehmigungen für Wohnungen – 1,6 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Dabei ging die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser um 17,8 % zurück. Auch wenn bei den Zweifamilienhäusern (+2,1 %) und den Mehrfamilienhäusern (+9,1 %) die Genehmigungen zulegten: Saison- und kalenderbereinigt fiel die Zahl der Baugenehmigungen im Mai 2022 im Vergleich zum Vormonat um 6,6 %. Man muss es so klar sagen: Die Folgen der Inflation, der Energiekrise und der gestörten Lieferketten haben den Bau nun erreicht.

Zudem haben sich seit Jahresbeginn die Bauzinsen vervierfacht. Das Internetportal Immowelt sieht monatliche Mehrkosten von bis zu 1.100 Euro für Käufer. Wer den Markt beobachtet, wird ebenfalls feststellen, dass sich nach dem rasanten Preisanstieg eine Trendwende abzeichnet. Hochpreisige Immobilien in den Ballungsräumen finden nicht mehr so leicht Interessenten, auch in den ländlichen Gebieten scheint der Boom bei günstigen Einfamilienhäusern gebrochen. Dank der steigenden Spritpreise lohnt sich für viele der Umzug aufs Land nicht mehr.

Was derzeit den freien Fall noch ein wenig verzögert, sind die Zinsgarantien durch bestehende Bausparverträge. Unbedarfte lassen sich damit noch in die Hypothekenfalle locken und ignorieren dabei das Risiko der Kostenexplosion bei der Anschlussfinanzierung, wenn die Zinsbindung entfällt. Sobald die Finanzierer die schrumpfende Zahl der Interessenten abgefrühstückt haben, platzt die Blase endgültig.

Der EZB bleibt gar nichts anderes mehr übrig, als den Kurs Richtung Abgrund fortzusetzen. So fordert Ifo-Präsident Clemens Fuest weitere Erhöhungen der Leitzinsen (1). Die Springerpresse schimpft derweil, der Euro werde nun endgültig zur neuen Lira (2). Besonders kritisch gesehen werden die Rettungspakete für die südlichen EU-Staaten. Wer aber hätte etwas anderes erwartet? Spätestens mit der Einführung des Euros war das Schicksal Deutschlands besiegelt. Lange Zeit wurden Warner, Mahner und Kritiker belächelt und als Verschwörungstheoretiker diffamiert. Da scheint es nur konsequent, dass „Innenministerin“ Faeser Sozialproteste als „rechtsextrem“ verurteilt, bevor sie überhaupt statt gefunden haben (3). Ob das den Zorn der Betrogenen dauerhaft im Zaum halten kann, bleibt fraglich.


2 Antworten zu „Immobilienblase platzt“

  1. Avatar von OStR Ing.-Wiss. Peter Rösch
    OStR Ing.-Wiss. Peter Rösch

    Man darf aber den Gegentrend nicht aus der Betrachtung lassen, dass nämlich andererseits immer mehr initiierte „Zuwanderung“ auch immer mehr Wohnraum beansprucht, was wiederum Teuerung zur Folge haben dürfte.

  2. Avatar von Ralf.Michael
    Ralf.Michael

    Keine Angst, die initiierte „Zuwanderung“ wird dann von der EU in der neuen TRI-STATE-CITY untergebracht, betrifft uns daher kaum….es sei denn die Ampel plant heimlich eine Metropole a la Metro-Tokyo in Deutschland zu diesem Zweck ? Ich rate dringend davon ab….