
Noch schlimmer als die Politik ist die Dreistigkeit, mit der die führenden Agenten das Publikum für dumm verkaufen. Das gilt nicht nur für Regierende, die unsere Energieversorgung mutwillig abdrehen, auch mit gezielten Sprengungen, und anschließend andere Leute für das Eintreten des Energienotstandes beschuldigen. Das gilt auch für die Finanzpolitik auf Regierungs- und Euroebene. Während die Berliner Altparteien die Erzielung des höchsten 2-Jahres-Verschuldungsanstieges der Historie seit der Hyperinflation von 1922 auf den Weg bringen, erscheint die Europäische Zentralbankführung entweder als Meisterin der Ahnungslosigkeit oder des Zynismus.
Prof. Sinn stellte schon 2020 den Geldmengenanstieg auf das 70-fache und das Fahren der EZB in einem „Auto ohne Bremsen“ fest
Die zunehmende Inflation wurde seit Jahren von nahezu Jedermann gesehen und manche Beschönigerin und Zentralbank-Direktorin hätte besser den Schnabel gehalten. Professor Hans-Werner Sinn rechnete Ende 2020 vor, dass die irrsinnige Gelddruckerei der EZB die Geldmenge bis zum Jahr 2022 versiebzigfacht haben werde (hier). Wenn man bedenkt, dass Geld nichts anderes als ein Gutschein für eine Leistung oder eine Sache ist, wird klar, dass einer Versiebzigfachung des Geldes nicht die entsprechend gesteigerte Wertehinterlegung folgte und damit unbesichertes Papier bedruckt oder auf den Schirm gerufen wurde, was unausweichlich zur Inflation führen muss. Dazu Professor Sinn vor 2 Jahren: Die EZB fährt in einem Auto ohne Bremsen.
Nicht einmal die Ketchup-Flasche ist Frau Lagarde bekannt
Nachdem der Anstieg der Inflation im Euroraum zum Oktober 2022 zweistellig geworden ist – in Estland, Lettland und Litauen liegt er über 20 Prozent – meldet sich auch Frau EZB-Chefin Lagarde zu Wort – und haut einen um. Ihrer phantastischen Wahrnehmung nach „kam die Inflation so ziemlich aus dem Nichts“ („Inflation has pretty much come from nowhere“ [hier und hier] ). Der guten Frau ist offenbar noch nicht einmal das gängige Hausfrauenwissen geläufig. Sonst hätte sie verstanden, dass es sich mit der Inflationsanheizung durch Gelddruckerei wie mit dem Klopfen auf die offene und umgedrehte Ketchup-Flasche verhält. Erst kommt wenig und man klopft stärker und stärker und dann kommt plötzlich der ganze Schwall aus der Flasche auf den Teller. Und hier sind wir am Punkt: Frau L. würde feststellen, dass der Ketchup-Schwall „so ziemlich aus dem Nichts“ kam.
Fazit: Wer derart großartige Kapazitäten über eine Währung wachen lässt, braucht sich über nichts mehr zu wundern.


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5 Kommentare zu „EZB-Lagarde völlig daneben: „Die Inflation kam so ziemlich aus dem Nichts““