Der weltgrößte Autozulieferer zieht erneut die Abrissbirne durchs eigene Haus: Eine „fünfstellige Zahl“ von Stellen soll zusätzlich gestrichen werden – offiziell, um die Kosten zu drücken und die Zielrendite hochzuschrauben. Schon 2024 purzelten in der Mobilitätssparte 11.600 Jobs, nun also die nächste Runde – obwohl für 2025 immerhin ein leichter Umsatzanstieg auf rund 57 Milliarden Euro erwartet wird und die Gesamtrendite 2024 bei 3,8 Prozent lag. So klingt kein Aufbruch, sondern die kalte Verwaltung des Niedergangs: erst „Transformation“ sagen, dann Belegschaften opfern – wie das Handelsblatt berichtet.
Bosch will 2,5 Milliarden Euro einsparen, „alternativlos“, heißt es aus dem Management – Zielmarke: sieben Prozent Rendite in der Kfz-Sparte. Übersetzt: Wenn das Produkt nicht mehr reicht, wird an den Menschen gespart. Während Fördermilliarden und Regulierungsexperimente ganze Industrien ins Schleudern bringen, wird der Kern der Wertschöpfung weichgekocht: Know-how, Erfahrung, Loyalität. Wer jetzt die Axt an tausende Existenzen legt, fährt die Firma im Autopilot auf Zahlenspielerei – und wundert sich später über Fachkräftemangel, Qualitätsprobleme und abwandernde Kunden.
Die Botschaft an die Belegschaft ist eindeutig: Ihr seid Variablen in einer Excel-Tabelle. Die Botschaft an den Standort ebenfalls: Wenn die Bilanz nicht strahlt, steht der Mensch hintan. So sägt man am eigenen Ast – und nennt es dann „Wettbewerbsfähigkeit“.

