Aktien wurden blockiert – wie deutsche Anleger bei USA-Banken in Teufels Küche gerieten

Wer als deutscher Anleger das Angebot amerikanischer Großbanken annahm, sie zum Treuhänder für russische Aktien zu bestellen, geriet mit einem Federstrich der US-Legislative in Teufels Küche und kann – neben Totalverlustszenarios – nur noch vage Hoffnungen hegen, etwas von seinem Vermögen wiederzusehen. Direkten materiellen Zugriff auf seine Werte hat der Anleger seit Verhängung der US-Sanktionen nicht mehr. Er kann sich in eine Schlange Bittsteller einreihen – so die Sicht manches Überraschten – um noch irgendetwas von seinen Geld zu bekommen. Es handelt sich um die Investition in sogenannte ADR, „American Depository Receipts“, das sind von amerikanischen Banken ausgegebene Hinterlegungsscheine auf nichtamerikanischer Aktien. Sie werden anstelle und wie Aktien an Börsen gehandelt. Das Gazprom-ADR zum Beispiel hat die Wertpapier-Kennnummer 903276 und wurde über Jahrzehnte anstandslos auch an deutschen Börsen gehandelt.

Die USA-Legislative hat Hinterlegungsbanken blockiert und der deutsche Anleger kann sich trollen

Wo gehobelt wird, da fliegen Späne. Das gilt besonders für den USA-Finanzraspel gegenüber ausländischen Firmen, Banken und Geldern. Das können – um große Summen erleichterte – schweizerische und deutsche Banken sowie Firmen in  Wolfsburg, Leverkusen undsoweiter eindrücklich bestätigen. Fast meint man, in dem flotten Inkasso ein US-amerikanisches Geschäftsmodell  zu erkennen. Bei den aktuell blockierten russischen ADR müssen Anleger plötzlich Konten in Russland eröffnen – nur bei bestimmten Banken – und zeitgedrängte Umtopfungen sowie Freigaben von Deutschland nach USA und Russland veranlassen. So gut wie kein Anleger weiß, ob  das funktioniert und zu welchem Kurs womöglich seine ADR-verbürgten Aktien verhökert werden. That’s american style.

Ob unser Staatsgold in den USA in den allerbesten Händen ist, wird von manchem blockierten Aktienbesitzer gefragt

Etwas sorgenvolle Blicke richten Vermögensgesperrte auf das deutsche Staatsgold in den USA. Laut „Bild“-zeitung war der Bundesrechnungshof schon 2012 „alarmiert“ ob der regelwidrigen Bundesbankpraxis, das auswärtige Gold nicht physisch zu prüfen, sondern schlicht die Angaben der Lagerstellen New York, London und Paris zu übernehmen . „Bild“ hielt das für einen „Gold-Skandal“ (hier). Der Bundestagsabgeordnete Mißfelder (CDU) wollte persönlich das deutsche Gold in New York besichtigen. Man zeigte ihm tatsächlich ein Goldlager, konnte oder wollte aber nicht den deutschen Anteil daran bezeichnen. Kurz darauf starb Mißfelder überraschend im ALter von 35 Jahren. Seitdem hat niemand mehr das deutsche Gold in den USA sehen wollen.