Neonazis made by SED-Diktatur

„Akten im ehemaligen Parteiarchiv der »Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands« (SED) und Dokumente aus den Beständen des »Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik beweisen die Verstrickung der SED-Diktatur in antisemitische Hetzkampagnen gegen die jüdische Gemeinde in München im Jahr 1961.“

So steht es geschrieben im Schwarzbuch Deutscher Bundestag. Ich bekomme immer wieder Rezensionsexemplare zugeschickt, manchmal so viele, dass ich kaum Zeit habe, mehr als ein, zwei Blicke hereinzuwerfen. So auch bei diesem Werk, das erst mal mehrere Wochen im Bücherregal verschwand, bis es mir wieder vor die Füße fiel. Und jetzt liegt es als Recherchehilfe auf dem Schreibtisch. Denn im Hauptteil finden sich alle Daten der aktuellen Bundestagsabgeordneten, ihre Lebensläufe, Mitgliedschaften, Skandale und wichtige Zitate.

Beim Blättern stieß ich dann auf die „Neonazis im Auftrag der SED.“ Die Geschichte ist durch etliche Quellen belegt und geht so: Als der Mossad Adolf Eichmann in Argentinien aufspüren konnte und nach Israel entführte, um ihn dort vor Gericht zu stellen, dachte man sich im Ministerium für Staatssicherheit, dies sei eine günstige Gelegenheit, den Klassenfeind zu diskreditieren. Albert Norden, der SED-Beauftrage für Propaganda, wurde mit der Durchführung der Kampagne betraut. Er soll in seinem Lebenslauf seine jüdische Herkunft aus einer Rabbinerfamilie verschleiert haben, erfährt man weiter. Sodann wurde ein Spitzel bei der Jüdischen Gemeinde in München eingeschleust, der die Adressen von Juden sammelte, an diese dann Drohbriefe im Namen eigens gegründeter rechtsextremer Netzwerke verschickt wurden. Der Skandal war perfekt und der Imageschaden für die „Bundesrepublik“ enorm.

Zurück zur Gegenwart: Die SED-Kader von einst sitzen nun als „Linke“ im Parlament des Klassenfeinds. Schenkt man gewissen Gerüchten Glauben, haben sie auch andere Parteien durchdrungen und sogar das Kanzleramt mit IM Erika besetzt. Was läge also näher, als das altbekannte Spiel fortzuführen. So hat es der „Verfassungsschutz“ schließlich auch mit der NPD gehandhabt und den „RAF“-Terroristen und anderen Linksextremen. Die wegen Beihilfe zum Mord recht milde bestrafte Terroristin Verena Becker arbeitete als Spitzel von Beginn ihrer Mitgliedschaft in diesem Milieu.  Das kann man ganz „offiziell“ in der Wikipedia lesen und ist also mitnichten eine „rechte Verschwörungstheorie“: 

Der Politikwissenschaftler Wolfgang Kraushaar hat sich, auch im Rahmen seiner einschlägigen Buchpublikation, intensiv mit dem Fall Becker, deren möglicher Rolle bei dem Attentat auf Buback und der Involvierung des Verfassungsschutzes beschäftigt. […]

Zu der Frage, ob Becker schon früher als bekannt mit dem Verfassungsschutz gearbeitet haben könnte und ob dieser mehr Einfluss als bekannt auf die Entwicklung des Terrorismus genommen haben könnte, meinte Kraushaar:

„Geheimdienste, westliche wie östliche, sind nach wie vor die große Unbekannte in der Entstehung und Entwicklung des Terrorismus, des bundesdeutschen ebenso wie des mit ihm verflochtenen internationalen Terrorismus. Wenn es der Forschung nicht gelingt, die diversen Schnittstellen zwischen Geheimdiensten und terroristischen Organisationen zu erhellen, dann wird die historische Darstellung – etwa die der RAF – höchst unzureichend bleiben. Ich bin allerdings – um das gleich vorweg festzuhalten – nicht der Ansicht, dass sich die RAF, die Bewegung 2. Juni, die Revolutionären Zellen und andere terroristische Gruppen auf als von Geheimdiensten ferngesteuerte Elemente reduzieren lassen.“

Warum sollte es heute also anders sein?

Quelle: VAWS-Pressebüro – Schwarzbuch Deutscher Bundestag – 19. Wahlperiode