Eisberg voraus: Der Zusammenbruch der Energieversorgung steht direkt vor der Tür!

Pipeline, Symbolbild pixabay

Nur zur Einleitung: Eine Meldung, die alles sagt: Elektrische Heizöfen sind so gut wie ausverkauft. Die Leute denken, „Hujuiijuiii! Im Winter könnte es nicht genug Gas geben für unsere Heizung, da kaufen wir uns lieber mal ein Heizgerät für Strom!“ Als ich das hörte stutzte ich eine Sekunde und musste dann doch lachen, so bitter es ist. Wenn kein Gas mehr da ist, folgt der Zusammenbruch des Stromnetzes praktisch auf dem Fuße, denn die „erneuerbaren“, wie Wind und Sonne sind im Winter wesentlich schwächer, besonders die Sonne. Die Atomkraftwerke haben die Grünen weitgehend abgeschafft, da gibt es nur noch ein paar von. Und Atomkraftwerke kann man nicht einfach so wieder hochfahren.

Kohlekraftwerke, bis auf wenige, sind auch stillgelegt. Und auch die stillgelegten kann man zum großen Teil nicht mehr einfach anschalten. Denn der Kohleausstieg wurde ja schon vor mehr als einem Jahrzehnt geplant und daher haben die Kohlekraftwerkbetreiber kein Geld mehr in die alten Anlagen hineingehängt, um sie instand zu halten, abgenutzte Teile zu erneuern, Innovationen oder Sicherheitsprüfungen zu machen. Die stillgelegten Kohlekraftwerke sind zum größten Teil überaltert und durch den Stillstand auch verkommen – oder sie wurden umgewidmet zu Industriemuseen oder Kunsthallen.

Nur noch einige sind brauchbar und könnten wieder in Betrieb genommen werden. Kohlekraftwerke bilden mit den Gaskraftwerken das sogenannte „Backbone“, das Rückgrat der Energieversorgung, weil man sie im Notfall sofort in der Leistung hochfahren kann und weil sie kaltstartfähig sind. Kohle könnte man auch noch auf dem Markt bekommen. Aber das ging bis jetzt alles so gerade eben. Spielraum gibt es fast keinen mehr.

Wenn nun das Gas ganz wegfällt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass hier in Deutschland die Lichter ausgehen, sehr hoch. Denn dann fallen auch noch die Gaskraftwerke aus und dann ist Schicht im Schacht. Da helfen auch keine strombetriebenen Heizöfchen mehr. Falls das jemand liest, der sich auf elektrische Öfchen verlässt: Wenn Sie einen Kamin oder Ofen haben, holen Sie sich jetzt! genügend Holz und Briketts. Haben Sie das nicht, dann besorgen Sie sich einen Petroleumofen.

Dass dieses Szenario mit einer nicht geringen Wahrscheinlichkeit eintreten wird, zeichnet sich immer deutlicher ab. Es gibt die nächste Gelegenheit, bei der auch noch der Rest vom Gas abgewürgt werden könnte. Aber hier lasse ich Stefan Doliwa zu Wort kommen, er ist ein guter Kenner der Materie.

von Stefan Doliwa

Zur Zeit ist es in der Branche in aller Munde, dass Wartungsarbeiten an der Nord Stream 1 Pipeline durchgeführt werden müssen. Die turnusmäßigen Wartungsarbeiten bergen die Gefahr, dass dadurch auch diese Pipeline auf Dauer ausfallen wird.

Die Arbeiten sollen am 12 Juli beginnen und 10 Tage dauern. Bei sensiblen, kritischen und gefährlichen Bauteilen ist eine solche Wartung nichts Besonderes. Man kennt dies beim Kundendienst beim Auto, oder bei Flugzeuginspektionen. Während der Autobesitzer sein Auto ungestraft auf Verschleiß fahren kann und nur den TÜV überstehen muss, gibt es gesetzliche Regulierungen, wann wie ein Flugzeug zu warteten und zu inspizieren ist. Solche gesetzlichen Vorschriften gibt es sicherlich auch bei Gasanlagen, da diese definitiv dem Explosionsschutz (Ex-Schutz) unterliegen. Da der Ex-Schutz sehr strenge Richtlinien hat, gibt häufig auch der Hersteller von Ex-Schutz-Anlagen vor, welche Produkte verbaut werden müssen.

Eine solche Wartung wird nicht nur zeitlich abgestimmt, sondern ist auch von der Abfolge her mit Ablauf- und Wartungsplänen behaftet, die penibel dokumentiert werden müssen. Hierbei werden häufig Dichtungen, da sie einerseits kostengünstig sind, aber auch ein absolutes Sicherheitsmerkmal darstellen, ersetzt. Hersteller explosionsgeschützter Produkte schreiben hierbei häufig nicht nur den Dichtungswerkstoff vor, sondern das Produkt eines freigefahrenen Herstellers. Dies liegt einfach daran, dass selbst gleiche Produkte unterschiedlicher Hersteller sich oft nicht identisch verhalten. Um sich hier vor Schäden solcher Grenzverhaltensmuster zu schützen, wird der Hersteller des Produktes festgelegt. Es kann sogar sein, dass ein Herstellungszeugnis vom Lieferanten erstellt werden muss, damit ein solches Bauteil verbaut werden darf.

Während man also beim Auto beim Kauf von Autoreifen nur auf Größe, Lastkennzahl und Geschwindigkeitsbereich festgelegt ist, ist man z.B. bei Profil, Produkt oder Hersteller frei in der Wahl. Die Reifen sind zwar auch ein sicherheitsrelevantes Bauteil am Auto, aber nicht so bedeutend, dass es hierzu spezielle Vorschriften des Autoherstellers gibt. Mir ist kein Auto bekannt, bei welchem der Autohersteller den Reifenhersteller vorschreibt. Bei explosionsgeschützten Bauteilen kann es selbst bei scheinbar einfachen Bauteilen durch Prüf- und Herstellungszeugnisse ziemlich bürokratisch werden. Da die nun zu wartende Anlage höchstwahrscheinlich aus dem demokratischen Westen stammt, sind auch die verwendeten Bauteile aus einer dieser Volkswirtschaften. Wie man es nun schon bei der zur Wartung der Siemens-Verdichtungsturbine in Kanada sieht, kann diese nicht zurück nach Russland ausgeliefert werden, da die Politik ein Handelsembargo verhängt hat. So ähnlich könnte es nun bei den bevorstehenden Wartungsarbeiten aussehen.

Entweder sind alle bekannten Verschleißteile bereits vor dem Embargo nach Russland geliefert worden, oder die Anlage kann nicht mehr zusammenmontiert werden. Wenn nach dem Wartungsplan ein Bauteil ersetzt werden muss, dann muss zwingend ein neues Bauteil verwendet werden, selbst wenn das alte Bauteil noch gut ist. Und es darf auch kein anderes Bauteil verwendet werden. Die Wartungsfirma oder die Betreiberfirma werden einen Teufel tun und irgend etwas unternehmen, nur damit die Anlage wieder läuft, sollte nur ein Bauteil fehlen. Der Verstoß und das wäre hier sogar ein vorsätzlicher Verstoß würde bedeuten, dass sie die Haftung für Schäden an Leib, Leben und Gütern übernehmen müsste. Diesen Schuh zieht sich niemand an, da er die Komplexität der einzelnen Bauteile nicht überblicken und abschätzen kann. Entweder der Betreiber der Anlage hat gut vorgearbeitet und Ersatzteile vorrätig, oder aber die Sanktionspolitik wird uns erbarmungslos treffen – und auch die einzige, noch funktionierende Gaspipeline ist tot. Dann können wir uns im wahrsten Sinne des Wortes „warm anziehen“.

Dies sollte man wissen, dass dann nicht der böse Russe schuld ist, sondern die beste Regierung, die es je gab.

Quelle: Schildverlag

9 Kommentare

  1. Es wäre wünschenswert, wenn uns der „böse Russe“ den Saft unverzüglich abdrehen würde, weil es mitten im Sommer ist.

    Vielleicht würde dann dem letzten Doofköpp klar werden, was GASLOS wirklich bedeutet, So könnte man den OLIV-grünroten Despoten Feuer unterm Hintern entfachen.

    Theoretisch wenigstens…..

    Wie das bei .den Almans praktisch aussieht, kann sich jeder an 2 Fingern ausrechnen

    1. Könnte ab Ende der Woche tatsächlich so weit sein. Nordstream wird ja „für 10 Tage wegen Wartungsarbeiten“ abgedreht. Schauen wir mal was sie „finden“, das „aufgrund der Sanktionen momentan nicht repariert werden kann“.

  2. Was werden eigentlich all die Hereingeflüchteten dem lieben Robäääääärt sagen, wenn sie plötzlich ihr Smartphone nicht mehr laden können ? Und wenn sie in ihren Unterkünften plötzlich im Dunkeln sitzen ? Wenn sie sich nur noch mit kaltem Wasser waschen können ? Und wenn der ÖPNV (Straba, S- und U-Bahn, Regio) nicht mehr fährt, weil kein Strom mehr da ist ?

    Viel Phantasie braucht man nicht,um zu wissen, wie das ausgeht…

    1. Da wird sich schon eine Lösung finden, dass es ihnen weder an Wärme, noch an Strom, noch an sonstwas fehlen wird. Wetten…? 🙂

  3. Wenn der Wille da ist, kann man für jedes technische Produkt heutzutage meist sogar ohne großen Aufwand ein mindestens einstweilen funktionstüchtiges Ersatzprodukt herstellen. Aber warum sollten die Russen das tun? Vielmehr zeigen sie uns, wie der unzuverlässige Handelspartner Deutschland, der mit seiner internationalen Politik sogar auch vor Eigentumsraub nicht zurückschreckt, selbst mit seinem Verhalten Volk und Bevölkerung in die Kacke setzt.

    1. Mit dem IN-DIE-KACKE-SETZEN auf Befehl des GröFaZ haben die Almans ja bekanntlich allerbeste Referenzen.
      Vielleicht muss da jede Generation mal durch, eben „weil es so schön ist“, BLÖD ZU SEIN.

  4. Komm zum Beitrag: Zusammenbruch der Energieversorgung steht direkt vor der Tür vom 3.7.2022.
    insbesondere zum Teilbeitrag Stefan Doliwas:

    Zum ersten mal erfahre ich hier im einzelnen, daß die Wartung von NS1 Ersaatzteile braucht, die nichr einfach beim Baumarkt um die Ecke besorgt und dann in Heimwerkerarbeit eingebaut werden können.

    Es stellen sich jetzt Fragen:
    1) Ist die besagte Wartungsarbeit eine Routinesache, die turnusmäßig anfällt ?
    2) Falls ja, wann und wäre sie aufschiebbar, z.B. in den Herbst / Winter ?
    Wäre ein Aufschub sinnvoll, d.h. Ausfall in der kaltzeit ?
    3) Wie war der Ablauf der Wartungsarbeiten in den letzten Jahren:
    wie lange dauerte die Ausfallzeit der Turbine (von Abschalten bis Wiedereinschalten)
    4) Wie sank im Wartungszeitraum die Transportkapazität: auf 10, 20 % oder mehr (60 %) ?
    5) Gibt es eine zeitliche Liste mit: Wartungszeit & Transportkapazitätverringerung ?

    Erst wenn diese Fragen, insbesondere Punkz 5, beantwortet sind, läßt sich weiter fragen:
    1) Ist der jetzige Fall außergewöhnlich als solcher oder spielt die außergewöhnlich lange Verzögerung die entscheidende Rolle ?
    2) Ist die außergewöhnliche Kapazitätsverringerung auf die Verzögerung zurückzuführen oder oder ist sie „politisch“ verursacht ?

    Die Antwort auf die letzte Frage ist entscheidend für weiteres Vorgehen gegenüber RU (Putin).
    Es gibt 2 Möglichkeiten:
    A) Es stellt sich heraus, daß die Verzögerung ursächlich auf die Kapazitätsverringerung zurückzuführen ist.
    Dann sind alle Vorwürfe gg. Putin nicht mehr haltbar – der Schwarze Peter liegt bei Kanada/USA
    B) Die Verzögerung ist ein willkommener Anlaß für die Verzögerung.
    Dann hat Putin schlechte Karten – alle Vorwürfe sind berechtigt.

    Falls (B) vorliegt, dann gibt es keinen Grund, die Verzügerung weiter aufrechtzuerhalten – Kanada muß unverzüglich die Turbine freigeben. Damit wäre (B) offenkundig: Punktsieg für die Guten.

    Falls (A) vorliegt, kann Kanada auf keinen Fall die Turbine freigeben – das hätte den Gesichtsverlust der Guten zur Folge.

    Die Zeit wird zeigen, ob und wann die Freigabe erfolgt.

    Nachbemerkung:
    Wer könnte die Fragen am besten beantworten ?
    Natürlich der Wartungsbeauftragte, das ist Fa. SiemensEnergy.
    Es verwundert, daß noch keiner von unseren investgativen Qualitätsjournalisten (Faktenchecker, NDR/WDR/SZ, Spiegel,..) diese Fragen gestellt hat.
    Neulich habe ich eine Fragerunde mit Hr. Käser, Aufsichtsratvorsitzender von SE gelesen – da wurde alles mögliche gefragt und beantwortet, aber nichts in dieser Richtung.
    Und das wäre doch die passende Gelegenheit gewesen.

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