Ein Krieg endet meist, wenn eine Seite ihr Pulver verschossen hat

Illustration – Atompilz über London

Diplomatie und Handel können Kriege verhindern oder im Anschluss an einen Krieg für Entspannung und vorsichtige Wiederannäherung sorgen. Beispiele finden sich zuhauf in den Geschichtsbüchern. „Nichtangriffspakte“ verschieben die Problematik in die Zukunft, sie lösen nichts. Das gilt auch für das mehr oder minder gegebene Versprechen auf einen Verzicht der NATO-Osterweiterung gegenüber der Rest-Sowjetunion. Die Eskalation ist unvermeidlich. Solange es ein Gleichgewicht der Mächte gibt, belauern sich die Gegner und führen allenfalls taktische Manöver und Stellvertreterkriege miteinander. Der direkte Schlagabtausch wird gefürchtet.

Jetzt aber ist ein begrenzter Atomangriff wieder denkbar geworden. Seit Monaten schüren Presse und Politik in Ost und West die Angst davor. Natürlich wird spekuliert, welches Ziel Putin ins Visier nehmen könnte. Vielleicht London oder direkt die gesamte Insel? Dass es auch einigen NATO Generälen in den Fingern juckt, den Kreml ein wenig zu erleuchten, ist ebenso vorstellbar, wird aber dezent verschwiegen. Die letzten Atomwaffentests sollen in den 1980ern von den Chinesen gemacht worden sein, ein ziemlich lange Zeit. Woher will man wissen, ob all die danach entwickelten modernen Waffen überhaupt funktionieren? Und wenn es so ist, kann man doch gleich die ein oder andere Metropole opfern und ganz nebenbei einige soziale und städtebauliche Probleme lösen. Greenpeace hat sich übrigens schon 2020 mit den Auswirkungen einer Atombombe auf Deutschland beschäftigt. In der Studie heißt es:

Die beiden militärischen Supermächte, Russland und die USA, verfügen über die mit Abstand größten nuklearen Arsenale mit jeweils mehr als 6.000 Atomsprengköpfen. Diese große Anzahl an Atomwaffen resultierte aus dem jahrzehntelangen Wettrüsten während des Kalten Krieges zwischen den beiden Ländern.

Neben den fünf „offiziellen“ Atomwaffen-Staaten (China, Frankreich,Großbritannien, Russland, USA) gibt es vier „de facto“ Atomwaffen-Staaten: Indien, Israel, Nordkorea und Pakistan. 

Greenpeace Auswirkungen einer Atombombe auf Deutschland

Solange diese Waffen existieren, bedeuten sie eine Bedrohung für die gesamte Welt. Daran gibt es nichts schön zu reden. Militärparaden mit Atomwaffen, egal in welchem Land, sind keine Demonstration der Stärke, sondern des Wahnsinns. Ein Krieg endet wie jede Kneipenschlägerei meist erst dann, wenn eine oder alle Seiten ihr Pulver verschossen haben.


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2 Kommentare

  1. Oh je, wenn das stimmt, dass ein Krieg erst endet, wenn mindestens eine Seite ihre Munition verschossen hat, dann steht uns wohl noch jede Menge Kriegs-Geballer bevor …

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