Berlin – Die AfD-Fraktion bringt die halbjährliche Zeitumstellung erneut auf die politische Tagesordnung. In einer Großen Anfrage (21/3474) stellt sie infrage, ob das ursprüngliche Ziel der Energieeinsparung heute überhaupt noch erreicht wird. Nach aktuellem Forschungsstand habe dieses Argument „kaum noch Relevanz“.
Stattdessen verweist die AfD auf eine wachsende Zahl medizinischer und sozialwissenschaftlicher Studien, die gesundheitliche und gesellschaftliche Nebenwirkungen der Zeitumstellung nahelegen – von Schlafstörungen über Leistungsabfall bis hin zu langfristigen Belastungen für den Biorhythmus.
Besonders brisant: Bereits 2018 sprach sich in einer EU-weiten Bürgerbefragung eine deutliche Mehrheit von 84 Prozent für die Abschaffung der Zeitumstellung aus. Dennoch seien auf europäischer wie nationaler Ebene keine wirksamen Schritte erfolgt. Die AfD will nun wissen, warum diese klare Willensbekundung der Bürger folgenlos blieb.
Konkret fragt die Fraktion, in welchem Umfang die Bundesregierung wissenschaftliche Erkenntnisse zu medizinischen, psychologischen, energetischen und gesellschaftlichen Folgen systematisch erfasst, bewertet und in politische Entscheidungen einbezieht. Zudem verlangt sie eine Erklärung, warum trotz Studienlage und Bürgermehrheit bislang weder gesetzgeberische noch exekutive Initiativen ergriffen wurden, um die Zeitumstellung auszusetzen oder ihre negativen Effekte zumindest abzumildern.
Die Anfrage erhöht den Druck auf die Bundesregierung, endlich Position zu beziehen – und eine seit Jahren schwelende Debatte nicht weiter auszusitzen.


