Wer sich auf die USA verlässt, ist verlassen. Die Peinlichrunde in Ramstein zeigt Deutschland als meist gefährdeten Zaungast

Ramstein Airbase

Verteidigungsminister Pistorius stellte gleich nach Dienstantritt klar, dass die Bundeswehr unser Land nicht verteidigen könne. Gleichzeitig entwickelte er sich zum größten Ukrainekriegsförderer seit Ausbruch und zum Auskehrer nicht nur der verbliebenen Bundeswehrwaffen, sondern auch zum Umleiter der neuesten Technik direkt an die Ostfront, bevor die Systeme eine Schutzwirkung für uns hätten entfalten können. Die eigenen Truppen sind blank und sehen frotzelnd dem Abräumen ihrer Bestände zu, sind es aber gewohnt, sich von ahnungslosen Vorgesetzt*Innenden zum Narren halten zu lassen. Dazu glänzt Pistorius mit Maximalforderungen an die Russen, vor deren Erfüllung er kein Kriegsende sieht. Minimal dagegen erscheint er, wenn die USA aus eigener Machtvollkommenheit Militaristen aus 50 Ländern nach Ramstein einladen, denn da sitzt er randständig am Katzentisch, seitab vom großen US-Zampano und lässt Deutschland – wie üblich – von den Nachbarn ins Abenteuer schicken. 

Die Berliner Altparteienpolitik verkennt in ihrer geliehenen Großkotzigeit gegenüber den Russen, dass die USA sich ihre Aufmarschattitüde leisten können, weil sie in jeder Hinsicht unabhängig und bis an die Zähne bewaffnet sind. Die militärische Großmannssucht in Berlin ist nicht nur ein substanzloses Me-too-Gehabe, sondern lebensgefährlich bis lebensbeendend für uns. Der Herr Pistorius verstieg sich jüngst zu der bodenlosen Feststellung, auch Angriffe auf russisches Territorium seien in Ordnung (hier) und erhielt einen massiven – noch verbalen – Konterschlag aus Moskau. Offenbar scheint den militärisch wenig kompetenten Altparteienstrategen bis zum Einschlag eines russischen Grußes in der Spreeschleife nicht klar zu sein, dass sie wie Kinder auf unbekannten Fundgranaten hämmern.

Die Kombination aus Maximalforderungen an die Russen und deutscher Aggressivität setzt blindlings auf den atomaren Beistand der USA 

Man glaubt in Berlin, sich das aggressive Verhalten gegenüber Russland im Schutze US-amerikanischer Atomwaffen leisten zu können. Atomar muss der Beistand sein, denn konventionell wäre der Roten Armee Nachf. von Westen aus nicht beizukommen. Und hier ist das Problem, das unerfahrene und wenig ausgebildete Politiker nicht sehen: Es ist lebensgefährlich, sich auf die Selbstbeschädigung anderer zu verlassen, die einem zu Hilfe kommen müssen, wenn es hart auf hart geht. Ausgerechnet in diesem kardinalen Punkt sind die USA eine denkbar schlechte Adresse. Sie lassen Verbündete nämlich fallen, wenn es bei heimischen Wahlen einen Stimmungsumschwung gibt oder der Aufwand für die Verbündetenhilfe zu groß wird. Die aktuellen Signale der Republikanischen Partei in den USA bestätigen das.

Die USA sind in Sachen Beistandserfüllung eine denkbar schlechte Adresse

Das Fallen-lassen durch abziehende oder fliehende US-Soldaten haben Regierungen zahlreicher US-gestützter Länder erfahren und oft mit dem eigenen und den Leben ihrer Bevölkerung bezahlt. Auskunft erteilt man in Ho Chi Minh-Stadt (ehemals Saigon), Vientiane, Teheran, Kabul u.a. Wer nach den Millionen Toten – Desastern der US-Kriegsmaschinerie noch immer sein Wohl und Wehe diesem Hegemon anvertraut, dem ist nicht zu helfen. 

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