Welt der Machtblöcke: Warum Deutschlands Außenpolitik an der Realität scheitert

Die Illusion vom moralischen Westen zerbricht – und Deutschland steht unvorbereitet daneben. In WELTWOCHE Daily beschreibt Roger Köppel die neue Weltordnung als Rückkehr zur nackten Interessenpolitik. Nicht Recht, nicht Moral, sondern Macht entscheide über Krieg und Frieden. Staaten handeln wieder wie Raubtiere – und wer sich einredet, davon ausgenommen zu sein, werde gefressen.

Köppel macht unmissverständlich klar, dass das sogenannte Völkerrecht nie mehr war als ein Instrument der Starken. Solange es den Interessen der USA diente, wurde es beschworen, andernfalls ignoriert. „Das Völkerrecht gilt immer nur so lange, wie es den Mächtigen nützt“, stellt Köppel fest – eine Erkenntnis, die in Berlin bis heute verdrängt wird.

Besonders scharf fällt seine Kritik an Europa aus. Während Washington offen mit militärischen Interventionen droht und China stillschweigend Einflusszonen ausbaut, verliere sich die EU in moralischer Selbstinszenierung. Deutsche Außenpolitik bestehe aus Appellen, Belehrungen und Symbolpolitik – ohne militärische, wirtschaftliche oder strategische Unterfütterung. Köppel beschreibt dieses Verhalten als gefährliche Selbsttäuschung in einer Welt, die längst nach anderen Regeln spielt.

Am Beispiel Grönland zeigt er, wie brüchig westliche Bündnisse geworden sind. Nationale Interessen stünden wieder über multilateralen Versprechen. Selbst NATO-Partner könnten jederzeit zu Gegnern werden, wenn es um Ressourcen, Einfluss oder strategische Positionen geht. Die Vorstellung einer verlässlichen Wertegemeinschaft hält Köppel für eine nostalgische Fiktion.

Für Deutschland bedeute das eine bittere Erkenntnis: Wer seine Energieversorgung, Industrie und Sicherheit fremden Interessen unterordnet, verliert jede Handlungsfähigkeit. Köppel argumentiert, dass Souveränität nicht ideologisch, sondern praktisch gedacht werden müsse – als Fähigkeit, eigene Interessen zu definieren und notfalls durchzusetzen. Moral ersetze weder Gaslieferungen noch stabile Handelswege.

Parallel dazu diagnostiziert er einen autoritären Drift im Inneren. Unter dem Deckmantel der „Fake-News“-Bekämpfung werde Meinungsabweichung zunehmend kriminalisiert. Statt offener Debatte dominierten Verbote, Stigmatisierung und moralischer Druck. Auch das sei Ausdruck derselben Logik: Macht ersetzt Argumente.

Köppels Fazit fällt ernüchternd aus – die neue Weltordnung ist keine Zukunftsvision, sondern Gegenwart. Wer sie leugnet, gefährdet nicht nur die eigene außenpolitische Position, sondern den inneren Zusammenhalt des Landes.

Kommentare

2 Kommentare zu „Welt der Machtblöcke: Warum Deutschlands Außenpolitik an der Realität scheitert“

  1. Avatar von Ralf.Michael-さん
    Ralf.Michael-さん

    Wadephul ( Baerbock ebenfalls ) haben Beide keinerlei Live Coaching trainiert ! Ernste Versäumnisse eben !

  2. Avatar von DR.Faustus hat beschlossen und verkündet...

    Entzückt natürlich,und meines geschrieben. Ich latsche auch nicht irgendwo im nirgendwo, Geschweige denn in anderen Ländern rum und beanspruche die für mich. Diese Alliierten gehen mir weiterhin auf meinem nicht vorhandenen Sack👈🔪🔪🔪🔨 Und im übrigen bin ich der Meinung, Deutschland immer zuerst.👈 Freihandel,leidet keine Freundschaft 👈 Natürlich stammt das vom Altmeister Goethe 👈