Welche Hand setzt die Ohrfeige gegen Habeck & Baerbock?

Über Europas und Deutschlands Macht und Einflussmöglichkeiten nachdenken

Michaell23, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Compact, für gewöhnlich mein Leib-&Magen-Magazin, fragt heute: „Wer hält seine schützende Hand über die Außenministerin?“ Diese Frage ist wichtig. Und richtig. Ist sie es aber auch zum gegenwärtigen Zeitpunkt? Denn, das ist ein direkter Widerspruch: in dem aktuellen Artikel geht es – das ist sogar integraler Teil der Headline – um „Baerbock im Visier der Justiz“, d.h. den aktuell ablaufenden Korruptions“Prozess“.


Und da interessiert folgende Frage nicht minder: Wem gehört eigentlich die strafend anklagende Hand, die im Moment so sichtbar wird? Und warum taucht die gerade jetzt auf? „Mutmaßlich illegale Corona-Sonderzahlungen in Höhe von jeweils 1.500 Euro, die die Führungsleute 2020 von den Grünen erhalten hatten“ sind schließlich „Peanuts“, für sowas wird ein Hätschelkind der Eliten nie und nimmer derart „vorgeführt“. Es sei denn elitäre – oder wenigstens „einflussreiche“ – Kreise geben ihr Okay dazu.

Ist es der von unerfahrenen Grün-Halbstarken in der Ukrainekrise unter Druck genommene Putin?

Ist es die „Permanente Machtstruktur“ Deutschlands, die manche im Bundesnachrichtendient verorten?

Oder sind es am Ende doch wieder mal die Amis? Wenn Deutschland und Frankreich hinter dem Feigenblatt der russischen Bedrohung die Idee einer nuklearen Partnerschaft weitertragen und Planungen für eine gallisch-germanisch geführteFestung Europa Gestalt bekommen, dann kann das die Weltmachtpolitiker Amerikas nicht ruhig schlafen lassen. Wenn die Berliner Ampelkoalition vom Ziel eines „europäischen Bundesstaats“ spricht und der weniger verträumte Macron einem NATO-entkoppelten „souveränen Europa“ das Wort redet, dann müssen in Langley und Washington die Alarmglocken schellen.

Man weiss, daß Deutschland stets das Potenzial hat/te, Weltmacht zu gestalten. Wir selbst, die Deutschen, hatten diese Tatsache vergessen – bzw. sie bewusst ins Vergessen geschickt, eingemottet in einem Schrank der verbotenen Bücher. Die Sterbetage des Finanzkapitalismus, die sich mit einer Schlußattacke der NWO-Kräfte verbinden, beenden ein jahrzehntealtes, von Tabuzonen umranktes „sicheres“ Regelwerk, sie öffnen geradezu apokalyptischen, militärischen Bedrohungslagen die Tore, erzwingen strategisches Selbstsein – was wiederum die vermeintlichen „Giftschränke“ aufsprengt.

Ein Beispiel (gefunden auf dem linken Blog wsws): DIE ZEIT veröffentlichte soeben einen Gastbeitrag mit dem Titel „Die Härten der Welt sind nichts für Softies“. Ulrike Franke, 34jährige Mitarbeiterin des European Council on Foreign Relations beklagt sich darin bitter, dass die Mitglieder ihrer Generation, die nun in Deutschland politisch aktiv werde, sich schwertäten mit „Machtpolitik“.Es dominiere „eine Skepsis gegenüber der Geopolitik, der Unwille, in Begriffen von Macht und Interessen zu denken, und die Ablehnung des Militärs als Element, das geopolitischen Einfluss bestimmt“.


„Meine Generation hat eine geradezu romantische Idee internationaler Beziehungen entwickelt“, so Franke.Um sicherzugehen, dass unsere Interessen Gehör finden, folgert sie, „müssen wir mehr über Europas und Deutschlands Macht und Einflussmöglichkeiten nachdenken. Wir müssen die Geopolitik wieder erlernen.“ Dabei gehe es auch „um die Frage, wie die Bundeswehr ausgestattet und geführt werden muss, um auch als Abschreckungsmacht wieder ernst genommen zu werden“.

Was daran ist falsch?

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