„Das Schreiben und das Lesen ist nie mein Fach gewesen“, heißt es in der Operette „Der Zigeunerbaron“. Was damals schon ernst gemeint war, ist heute bittere Wirklichkeit geworden. Immer weniger Kinder beherrschen die Grundfertigkeiten.
Die Wirtschaft schlägt jetzt Alarm: Aktuelle Zahlen zeigen, dass es mit der Bildung in Deutschland bergab geht, besonders bei den Kindern von Zuwanderern. Das ist ein Weckruf, dass die Politik endlich handeln muss, denn die alten Wege funktionieren nicht mehr.
Wer ist schuld daran, dass Ali nur schlecht rechnen, schreiben und lesen kann? Wenn die Politik heute darüber klagt, muss sie sich selbst eingestehen, dass sie diese Probleme viel zu lange ignoriert hat.
Wenn der arme Ali nach zehn Schuljahren die Schule verlässt, egal ob nach der siebten oder zehnten Klasse, gehen ihm zu spät die Augen auf. Kann er nicht einmal ein Bewerbungsschreiben für eine Lehrstelle formulieren, hagelt es Absagen. Vorbei mit der Hoffnung auf ein Gehalt, vorbei mit dem Traum von einem Moped – von einem 3er BMW ganz zu schweigen.
Vielleicht findet er ja an einem Kiosk eine Aushilfstätigkeit. Wenn er aber für das Addieren von Zigaretten zu 8 Euro und einer Cola für 2 Euro einen Taschenrechner braucht? Was dann? Arbeitgeber können nur einem kleinen Prozentsatz von Menschen, die zurückgeblieben sind, einen Besen in die Hand drücken. Doch solche Jobs werden immer seltener.
Wird Personal gesucht und kein gut Qualifizierter gefunden, greift ein Betrieb in der Not auch zu einem Bewerber, der Schwierigkeiten mit dem Rechnen, Schreiben und Lesen hat. Dann nimmt man als Kunde oder auch als Patient leider manchmal schlechteren Service in Kauf. Das ist ein Teufelskreis, der sich leider negativ auf unsere Wirtschaftsleistung auswirkt und letztlich jeden von uns betrifft.
Es ist höchste Zeit, dass wir diesem Problem mehr Aufmerksamkeit widmen und effektive Lösungen finden, um die Bildungskrise in unserem Land zu überwinden.
Solange aber sogar bildungsferne Personen Abgeordnete werden können, wird sich wohl wenig ändern.



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5 Kommentare zu „Was Klein-Ali nicht lernt, lernt Ali nimmermehr“