Screenshot nius.de

Was der NIUS-Hack wirklich offenlegt – Gegenöffentlichkeit ist ein Verlustgeschäft

Laut Berichten von t-online und heise.de wurde das Nachrichtenportal NIUS Opfer eines schwerwiegenden Hackerangriffs. Rund 5.700 Nutzerdaten wurden geleakt – darunter vollständige Namen, E-Mail-Adressen, Wohnanschriften und Bankverbindungen. Auch prominente Namen wie Hans-Georg Maaßen und Thilo Sarrazintauchen in der Liste auf. Wirklich aufschlussreich sind aber vor allem folgende Details – sofern die Angaben korrekt sind:

Der Datensatz soll auch Einblicke in die Einnahmen durch Abonnements geben. Demnach haben 46 Nutzer ein Abo für 199,99 Euro jährlich abgeschlossen, bei dem sie kaum noch Werbung zu sehen bekommen. Das günstigere “Insider”-Abo für 99,99 Euro im Jahr haben 351 Nutzer gewählt, weitere 235 Nutzer zahlen 100 Euro jährlich. Zusätzlich finden sich monatliche Einzelzahlungen über 9,99 Euro oder 10 Euro(Quelle: t-online)

Für ein Portal mit dieser medialen Reichweite ist das erschreckend wenig – insbesondere angesichts des Millionenbudgets, über das NIUS verfügt. Auch dazu liefert t-online bekannte Fakten:

“Das Portal ist nach allen Informationen bislang ein Zuschussgeschäft. Der Unternehmer Frank Gotthardt hat in zweistelliger Millionenhöhe Geld in NIUS gepumpt. Dem Jahresabschluss für 2023 zufolge hatte die VIUS SE & Co. KGaA bei einer Bilanzsumme von rund 6,4 Millionen Euro einen Fehlbetrag von 13,8 Millionen Euro, der das von Gotthardt bereitgestellte Eigenkapital auffraß.”

Über Werbeeinnahmen gibt es keine konkreten Zahlen. Doch aus eigener Erfahrung lässt sich sagen: Sie dürften bei weitem nicht ausreichen, um das strukturelle Defizit jemals auszugleichen.

Das wirklich Erschreckende an diesem Fall ist nicht der Hackerangriff an sich – solche Attacken gegen unbequeme Plattformen gehören inzwischen fast zum Alltag. Es ist die bittere Erkenntnis, dass so wenige Menschen überhaupt noch bereit sind, mit einem Abo ihre Identität preiszugeben – und das natürlich vollkommen zu Recht. Doch NIUS ist keine echte Bedrohung für den Parteienstaat. Im Gegenteil: Investor Gotthardt spendete großzügig an CDU und FDP – nicht an die AfD.

Dass ein bisschen Gegenöffentlichkeit Millionen verschlingt und sich auf absehbare Zeit nicht refinanzieren lässt, wird zwangsläufig Konsequenzen haben – über die sich die politischen Gegner jetzt schon ins Fäustchen lachen.

Auf der anderen Seite bleibt alles wie gehabt: Die Propagandamedien werden aus dem Zwangsbeitrag finanziert, die restlichen, linientreuen Verlagshäuser mit staatlichen Zuwendungen am Leben gehalten – längst wären viele ohne diese Subventionen pleite. Noch singen sie das Lied der Hand, die sie füttert. Aber nicht mehr lange.

Denn erst haben Google, Facebook & Co. den Nachrichtenmarkt im Netz übernommen, jetzt greifen KI-Bots an. Dort zahlt der Nutzer ein paar Euro für ein Rundum-sorglos-Paket – und bekommt die Meinung jener serviert, die die Algorithmen trainieren.