Ukraine-Krieg: Große Sorge vor möglichem Kampfeinsatz der Bundeswehr

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Angesichts der fortgesetzten Eskalation der Gewalt steigt in der Bevölkerung die Sorge vor einer militärischen Beteiligung Deutschlands am Krieg zwischen Russland und der Ukraine. Einer aktuellen Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Ipsos zufolge, zeigen sich mehr als drei Viertel der Deutschen (76%) besorgt darüber, dass sich die Bundeswehr durch eine Ausweitung des Konflikts aktiv an Kampfeinsätzen beteiligen muss. Bei fast der Hälfte der Befragten (45%) ist die Sorge vor einem möglichen Bundeswehreinsatz in der Ukraine nach eigenen Angaben sogar sehr groß. Nur die wenigsten (7%) sind diesbezüglich überhaupt nicht besorgt. 

Schwere Wirtschaftskrise und hohe Schuldenlast befürchtet

Die Sorge vor den langfristigen wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges ist hierzulande sogar noch größer. Mehr als acht von zehn Befragten (84%) befürchten, dass es in Deutschland wegen des Ukraine-Konflikts zu einer langandauernden Wirtschaftskrise kommen könnte. Lediglich jeder sechste Bundesbürger (16%) sorgt sich eher oder überhaupt nicht vor den wirtschaftlichen Folgen der verhängten Sanktionen gegen Russland. 

Drei Viertel der Befragten (77%) äußern sich zudem darüber besorgt, dass Deutschlands Schuldenlast durch die von der Ampel-Regierung angekündigten Investitionen in die Aufrüstung der Bundeswehr ein untragbares Maß annehmen könnte. Nur eine Minderheit treibt die drohende Staatsverschuldung eher nicht (17%) oder sogar überhaupt nicht (6%) um. 

Sorge wegen hoher Flüchtlingszahlen aktuell eher zweitrangig

Zwar gibt eine knappe Mehrheit (59%) an, besorgt darüber zu sein, dass Deutschland bald sehr viele Geflüchtete aus der Ukraine aufnehmen müsse, verglichen mit den Befürchtungen hinsichtlich der wirtschaftlichen und finanziellen Folgen des Krieges scheinen diese Sorgen allerdings zurzeit eher nachrangig zu sein. Für jeden vierten Bundesbürger (26%) spielt die Migrationsfrage momentan eine eher kleine Rolle. Etwa jeder Siebte (15%) sorgt sich überhaupt nicht wegen der zu erwartenden hohen Flüchtlingszahlen. 

Dr. Johannes Kaiser, Politik- und Sozialforscher bei Ipsos, hält die Sorge der Deutschen vor einem Kampfeinsatz der Bundeswehr keineswegs für irrational, auch wenn eine aktive Kriegsbeteiligung der Bundeswehr oder der NATO weiterhin höchst unwahrscheinlich bleibt: „Als Reaktion auf Russlands Krieg gegen die Ukraine sind in den letzten zwei Wochen viele alte Gewissheiten der deutschen Außenpolitik obsolet geworden, darunter auch die Vorstellung von einem mehr oder weniger pazifistischen Deutschland, das als Brückenbauer zwischen Ost und West fungieren kann. Die von der Bundesregierung ausgerufene ‚Zeitenwende‘ in der Außenpolitik geht nicht nur mit einer vor Kurzem noch undenkbaren massiven Erhöhung der Verteidigungsausgaben einher, sondern auch mit Waffenlieferungen an die Ukraine. Hinzukommen vereinzelte Forderungen nach einer Flugverbotszone, was Russland leicht als Kriegseintritt interpretieren könnte. Vor diesem Hintergrund sind die Sorgen der deutschen Bevölkerung nachvollziehbar. Gleichzeitig betonen jedoch deutsche Politiker:innen, in keinem Fall mit NATO-Truppen in den Konflikt eingreifen zu wollen, um eine Ausweitung des Krieges auf weitere Länder zu verhindern. Es bleibt weiterhin höchst unwahrscheinlich, dass sich die Haltung Deutschlands hierzu ändert – trotz allen Bittens von Seiten der ukrainischen Regierung.“ 


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2 Kommentare

  1. Sorge wegen hoher Investitionen in die BW ist GROSS. Sorge wegen explodierender „Flüchtlingszahlen“ ist KLEIN.

    Wie BLÖD kann man SEIN ?

  2. Vielleicht schickt ja der Irak ein paar Kontingente, ich meine, als Dank für die Beteiligung der Ukraine am Überfall der USA und ihrer „Koalition der Willigen“ auf dieses Land im Jahre 2003?! Immerhin herrschen dort seitdem Frieden, Freiheit und Wohlstand (oder verwechsle ich da jetzt etwas?)!

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