Wenn sich rechtsextreme Strippenzieher zoffen – titelt der Tagesspiegel und dann kommt auch schon die Bezahlschranke. Was Anfang der Woche mit Schnellroda und der Schwarze Abt begann, weitet sich zu einem Open Zoff aus, wie es der ein oder andere noch von den Piraten kennt, aber statt wüsten Sexismusvorwürfen mit esoterischen Häppchen angereichert.
Im gestrigen „Vril-Talk“ legte TikTok-Master Erik Ahrens nach und nannte Ross und Reiter beim Namen, erging sich energiegeladen in Details der Auseinandersetzung zwischen ihm und seinem früheren Weggefährten Jonathan Rudolph, dem er seinen Job im Büro von Maximilian Krah beschafft habe, um dann mit Götz Kubitschek abzurechnen, den er als Feind bezeichnet. Die neue Rechte in Schnellroda sei eine vom Geist der Schwere dominierte Sekte, die es zu zerstören gilt.
Und hier die Stellungnahme von Jonathan Rudolph, den Ahrens als Verräter ansieht, der letztlich nur sich selbst verraten habe.
Ahrens, Kubitschek und das Kloster – eine Klarstellung
— Jonathan Rudolph (@einwaldgaenger) February 5, 2025
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Inzwischen dürfte jeder hier die Aussagen von Erik Ahrens über einen gemeinsamen Besuch mit Götz Kubitschek im deutsch-orthodoxen Kloster Buchhagen gehört haben. An seinen Schilderungen stimmt fast nichts. Woher ich…
Das ist natürlich ein gefundenes Fressen für die Linkspresse, die Tatsache aber, dass nur für zahlende Abonnenten berichtet wird, lässt vermuten, dass die Reichweite für „Rechte zerfleischen sich“-Machwerke nicht sehr groß wird und deshalb kaum zerstörerische Wirkung entfalten kann. Wenn man der AfD das Wahlergebnis vermiesen will, muss man mehr auf den Tisch bringen, als ein paar dürftige „Recherchen“ und heimlich im Halbdunkel aufgenommene Videos über gar nicht so geheime Konferenzen, als gäbe es kein hochauflösendes 8K-Format und Richtmikrofone zu erschwinglichen Preisen.
Die Geschichte ist nichts für die breite Masse und viel zu erklärungsbedürftig, um erstmals geneigte AfD-Wähler wieder von ihrer Entscheidung abzubringen, aber sie wirbelt durchaus Staub auf, wie mir die Rückmeldungen zeigen. Und die fallen durchweg nicht positiv für Götz Kubitschek aus, nur öffentlich sagen oder als Kommentar hinterlassen möchte das niemand. Mit seiner Schilderung, dem Mönch die Hand geküsst und sich „wie ein Moslem“ auf den Boden geworfen zu haben, hat Ahrens Bilder im Kopf erzeugt, die dem Image widersprechen, dass manche von Kubitschek haben. „Mit denen konnte ich nie richtig warm werden“, sagte ein Kollege im Gespräch. „Glaubst du, dass der Kubitschek jetzt einpacken kann?“ Nein, das glaube ich nicht. Die Dynamik solcher öffentlich ausgetragenen Streitereien ist vorhersehbar. Irgendwann ist das Vril erschöpft, die Wege trennen sich und das, was man gemeinsam doch alles hätte erreichen können, bleibt dieselbe Illusion wie zuvor.
Es wird sicher noch einen dritten Teil in dieser Reihe geben, aber ich spüre jetzt bereits, mein Interesse daran lässt deutlich nach. Ich weiß erst mal, was ich wissen muss und bin nicht wirklich überrascht, aber dennoch amüsiert. Die Enthüllungen sind ohne irgendwas mit Adrenochrom und Menschenopfern nicht ganz so spektakulär. Das bißchen Gemurmel im düsteren Klosterkeller kann man sich auch bei der Pfingstlergemeinde um die Ecke geben. Und dass Bier die Energie nach unten bringt, Drogen allgemein schädlich sind, herzlichen Glückwunsch für diese Erkenntnis. Äppelwoi hingegen ist topp, topp topp, drum noch ne Schoppe in die Kopp! Prost!


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4 Kommentare zu „Tagesspiegel steigt ein: „Erik Ahrens droht Götz Kubitschek““