Selbstmordversuch: Schwester von Jenewein widerspricht Medienberichten

Hans-Jörg Jenewein – Screenshot YT

Österreich hat wieder einen handfesten Politskandal mit allerlei unappetitlichen Zutaten. In der Nacht zum Sonntag hat der ehemalige FPÖ-Politiker Hans-Jörg Jenewein einen Selbstmordversuch unternommen und liegt derzeit in der Klinik. Seine Ehefrau hatte ihn bewusstlos aufgefunden und die Rettung alarmiert. Es dauerte nicht lange, bis erste Medien davon Wind bekamen und sogar über einen angeblichen Abschiedsbrief berichteten.

FPÖ-Nationalratsabgeordnete Dagmar Belakowitsch hielt heute zu den Spekulationen in den Medien über ihren Bruder Hans-Jörg Jenewein folgendes fest: „Offensichtlich setzen Medien ungeniert nicht nur Persönlichkeitsrechte außer Kraft, sondern verbreiten darüber hinaus ungeheuerliche Falschnachrichten. Laut eigener Auskunft meines Bruders gibt es keinen Abschiedsbrief, in dem er seine Verzweiflungstat angekündigt oder erklärt hat. Er liegt auch Gott sei Dank nicht im Koma. Eine derartige mediale Hetze ist widerlich und rücksichtslos gegenüber der gesamten Familie, ganz besonders gegenüber der Ehefrau und den minderjährigen Kindern. Nur um der FPÖ und insbesondere dem Parteiobmann zu schaden und um Klicks und Auflage zu machen, werden auf dem Rücken einer Familie Persönlichkeitsrechte massiv verletzt und dreiste Unwahrheiten verbreitet. Ich erwarte mir von den Medien jetzt ein Mindestmaß an Anstand und Zurückhaltung im Sinne der gesamten Familie!“

Jenewein galt lange Zeit als enger Vertrauter von Parteichef Herbert Kickl. Am vergangenen Donnerstag hatten sich die Ereignisse überschlagen. Jenewein verkündete nach heftigem Streit seinen Austritt aus der Partei, nachdem ihn der FPÖ Parlamentsklub entlassen hatte. Zuvor war bekannt geworden, dass bei einer Hausdurchsuchung im September letzten Jahres brisantes Material auf Jeneweins Smartphone gefunden worden sei. Darunter der Entwurf einer anonymen Anzeige gegen die Wiener FPÖ und namentlich HC Strache und Dominik Nepp. Sie sollen über ein Vereinsgeflecht zu Unrecht Fördergelder kassiert haben. Gegen Jenewein war ermittelt worden, weil er angeblich Informationen gegen Bezahlung von Ex-Verfassungsschützer Egisto Ott bekommen haben soll. Im Zuge der Akteneinsicht der mit der Wiener Spendenaffäre betrauten Anwälte, war Jenewein aufgeflogen.

Nun steht Parteichef Kickl unter Druck. Man ahnt schon, wie die Geschichte weitergesponnen werden könnte. Was wusste Kickl über die dubiose Spendenpraxis und das Vereinsgeflecht und hat Jenewein möglicherweise gar in seinem Auftrag gehandelt, um parteiinterne Gegner loszuwerden? In den nächsten Tagen kann man sich auf die übliche Schmutzwäsche einstellen.

Und auch wenn es viele nicht gerne hören oder lesen, an Jeneweins Verzweiflungstat haben wie bei dem Selbstmord der Impf-Ärztin wieder einmal die Medien einen gewissen Anteil.


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