
Wer sich als halbwegs intelligenter Zeitgenosse die Quälerei antut, in Staatsfunk oder Stromlinienmedien dem Gerede der Erwählten zu folgen, kriegt irgendwann ein unangenehmes Jucken. Mancher weiß nicht, woher es kommt, aber es lässt sich erklären: Es meldet sich eine Allergie gegen den in zahlreiche Textbausteine versenkten Schwachsinn. Immer dieselben .mp3-Schnipsel – früher sagte man Schallplatten mit Rillendefekt – , immer die gleichen Sprüche, immer dieselben bedeutsamen Mienen zum Gelege rhetorischer Windeier. Immer war zum Beispiel der Russe schuld, genauer ein Herr P. Beim Scholzismus kann man darauf wetten, dass sämtliche Textabsätze zur Unterstützung der Ukraine mit „solange es nötig ist“ enden und bei Frau Flak – Zi. ist betoniert, dass sich in der Ukraine ausschließlich Gute gegen ausschließlich böse Vergewaltiger zur Wehr setzen.
Für Zweimot-Blackrocker Merz ist sogar die „Bundesvereinigung Juden in der AfD, e. V.“ in einer „antisemitischen“ Partei
Den Vogel schoss soeben der Zweimot-Blindflieger Friedrich Merz von den Unionschristen ab. Im gefühlt hundertfünfzigtausendsten Texteturbo zur selben Sache kurbelte er alle gespeicherten Epitheta zur AfD herunter und kam erst am Ende des Vokabulars zum Stehen, ohne bemerkt zu haben, dass er die Partei auch noch als „antisemitisch“ bezeichnet hatte. Früher wurde noch „frauenfeindlich und antiqueer“ abgespult, bis einer mal merkte, dass die Partei seit dem ersten Tag ihrer Gründung bis heute von promovierten Akademikerinnen geführt wird, die zum Teil in gleichgeschlechtlicher Partnerschaft leben. Merz wusste offenbar nicht, dass die AfD seit Gründung zahlreiche jüdische Mitglieder hat, die sogar den eingetragenen Verein „Bundesvereinigung Juden in der AfD, e. V.“ bilden (hier). Es würde interessieren, ob es so einen Verein auch in den Altparteien gibt und wo, Herr Merz.
Schablonendenken und kurzer Geist sterben einfach nicht aus
Im Zeitalter der Textbausteine und der über Kürzel abrufbaren Versatzstücke für Redenschreiber und Ausführende lebt es sich für Leute oberhalb eines IQ von 100 nicht gut. Vielleicht kann Herr Merz einmal im Schloss Bellevue vorbeisehen und sich vom Burgherren über schablonenfreies Denken und originelles Reden informieren lassen.

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5 Kommentare zu „Scholz, Baerbock, Merz & Cie: Ein einziges Textbaustein-Geleier“