Ganz unbekümmert schreibt rbb24 (ÖRR Berlin-Brandenburg) unter seinem Artikel zum Berliner Stromausfall vom 3. Januar den Hinweis:
„Die Kommentarfunktion wurde geschlossen.“
Dazu die Erklärung:
„Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können.“
Zu Deutsch heißt das: Wir kommen mit dem Zensieren nicht hinterher. Also Mund zu für alle.
Mitten im Stromausfall.
Mitten im Winter.
Mitten in einer Lage, in der es für Menschen um Kälte, Gesundheit und Sicherheit geht.
Schon das, was die Zensoren überhaupt noch freigegeben haben, zeigt, wie ernst die Lage war. Menschen berichten von Pflegeheimen ohne Aufzug. Von alten Bewohnern, die festsitzen. Von Sauerstoffgeräten, die Strom brauchen. Von Wohnungen, die auskühlen. Von Fernwärme, die ebenfalls weg ist. Von Mobilfunk, der zusammenbricht. Von Angehörigen, die ihre Mutter oder Oma nicht erreichen und nicht wissen, was los ist.
Das sind keine Meinungen.
Das sind Zustandsmeldungen.
Und jetzt kommt der Punkt, der alles entlarvt: Kommentieren können überhaupt nur jene, die noch Strom haben. Oder die mit dem letzten Rest Akku auf dem Handy zufällig in der Nähe eines funktionierenden Funkmasten stehen. Wer wirklich im Dunkeln sitzt, ohne Netz, ohne Heizung, ohne Aufzug, kommt gar nicht mehr zu Wort.
Genau dort, wo es am schlimmsten ist, herrscht bereits Schweigen.
Diese Menschen erleben den Stromausfall nicht als Nachricht, sondern als Frontereignis. Wie im Krieg. Abgeschnitten. Orientierungslos. Wartend.
Andere fragen, warum eine einzige Kabelbrücke reicht, um zehntausende Haushalte tagelang lahmzulegen. Warum es keine Ersatzleitung gibt. Warum niemand sagt, welche Kliniken betroffen sind. Warum es keine Liste der Straßen gibt. Warum man Tage einplant, statt sofort ein Provisorium zu bauen.
Und genau in dem Moment, in dem diese Fragen dichter werden, wird abgeschaltet.
Die Begründung lautet: nicht mehr moderierbar.
Die Wirkung lautet: Zensur im Ernstfall.
Man löscht nicht einzelne Beiträge.
Man schaltet gleich alle Stimmen ab.
Berlin hatte keinen Strom.
Und dann durfte Berlin auch nicht mehr reden.
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Kommentare
Ein Kommentar zu „rbb24 sperrt die Kommentarfunktion: Zensur im Blackout“
Es ist höchste Zeit , dass man diesen selbstherrlichen Versagern den Geldhahn zusperrt. Arbeiten gehen ihr Penner.