Pflegekrise: Will Doskozil den Arbeitsdienst 2.0 einführen?

Der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) sorgt mit einem Vorstoß für Aufsehen, der an düstere Zeiten erinnert: In einem Interview forderte der Sozialdemokrat laut der Kronen Zeitung  einen verpflichtenden Sozialdienst für alle jungen Menschen in Österreich – unabhängig von Geschlecht oder Lebensplanung.

Konkret will Doskozil den Präsenzdienst von derzeit sechs auf neun Monate verlängern – und ein entsprechendes Sozialjahr als verpflichtende Alternative für junge Frauen einführen. Damit will er angeblich dem dramatischen Personalmangel in der Pflegebranche begegnen. Kritiker sehen darin jedoch einen massiven Eingriff in die persönliche Freiheit junger Menschen – und eine gefährliche Annäherung an historisch belastete Konzepte des „Arbeitsdienstes“.

Der SPÖ-Politiker nutzt die Pflegekrise, um auch mit der Bundesregierung und der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) abzurechnen. Die Privatisierung im Gesundheitswesen müsse gestoppt werden, so Doskozil. Er fordert, die Gesundheitsagenden künftig vollständig in die Verantwortung der Bundesländer zu legen – die ÖGK solle gleich ganz abgeschafft werden.

Im eigenen Bundesland spart man unterdessen kräftig: Aufnahmestopp im Landesdienst, eingefrorenes Personalbudget, Zusammenlegung von IT- und Kulturabteilungen. Für viele klingt das nicht nach sozialer Gerechtigkeit, sondern nach knallharter Verwaltungspolitik – gepaart mit obrigkeitsstaatlichen Ideen.

Die Frage bleibt: Geht es Doskozil wirklich um die Pflege – oder um Macht über eine ganze Generation junger Österreicher?


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3 Antworten zu „Pflegekrise: Will Doskozil den Arbeitsdienst 2.0 einführen?“

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