Symbolbild / Foto: O24

Pfarrer hängt AfD-Plakate ab: Demokratie nach eigener Auslegung?

Ein Kölner Pfarrer sorgt für Schlagzeilen: Franz Meurer hat AfD-Wahlplakate kurzerhand abgehängt – und das nicht etwa aus Versehen, sondern ganz bewusst. Er habe dies „aus demokratischen Gründen“ getan, wie katholisch.de berichtet. Während die Kirche sonst gern den moralischen Zeigefinger hebt und Toleranz predigt, scheint im konkreten Fall die Grenze der Demokratie dort erreicht, wo die falsche Partei wirbt.

Wer die Deutungshoheit hat, darf offenbar auch gleich entscheiden, welche Meinungen überhaupt sichtbar sein dürfen. Ausgerechnet ein Mann Gottes tritt damit als Zensor auf und stellt sich offen gegen den politischen Wettbewerb. Dass er sein Handeln als Beitrag zur Demokratie verkauft, wirkt wie ein Hohn – schließlich gehört zur Demokratie in erster Linie, dass alle Bürger frei entscheiden dürfen, welche Partei sie wählen wollen.

Stattdessen entlarvt dieser Vorfall einmal mehr das tiefe Verständnisproblem vieler selbsternannter Verteidiger der Demokratie: Sie meinen damit nichts anderes, als ihre eigene Weltsicht durchzusetzen.