Wenn aktuell die Manipulationen der Fernsehsender und anderer Medien auf den Tisch kommen (u.a. hier), wird vergessen, dass die Fälschungsverbreitung das zweitälteste mediale Gewerbe seit Gutenberg und Kujau ist. Fälschungsgedanken und ihre Realisierung sind die Hauskatzen vieler Redaktionen: Sie schleichen überall herum, sind nie auffällig und werden nur gelegentlich zum Problem, wenn jemand merkt, dass sie in die Ecke exkrementiert haben.
Reporter werden losgeschickt, um eine passende (!) Story zu liefern – ob sie Relotius heißen (hier) oder für „Panorama“ drehen, ist egal. Stets ist Payback angesagt. Wer glaubt, der „Spiegel“ hätte Herrn Prof. e.h. Dr. sim. Claas Relotius einen mehrwöchigen Rechercheaufenthalt in den USA just for the kicks spendiert, kennt die Marktzwänge nicht . Wenn ein Journalist Tausende für seinen Aufenthalt bezahlt bekommt, muss er Außerordentliches liefern, sonst war das die letzte Reise. Und doch: Reporter können als „Schütze A*** im letzten Glied“ gelten, auf denen alles hängen bleibt. Wenn sie nicht ballern, bricht die Front ein und wenn sie nicht das Unerhörte sehen oder ersatzweise erfinden, hat die Redaktion kein Alleinstellungsmerkmal für ihre Artikel.
Schon 2014 half „Panorama“ mit einer Fälschung nach, eine Demonstration in die rechte Ecke zu stellen
Man muss nicht bis Fergus Falls /Minnesota des Reporters Relotius gehen, um freieste Erfindung „geliefert wie bestellt“ zu erleben. Das angeblich seriös-kritische Magazin „Panorama“ fälschte schon 2014, um die Pegida-Demonstrationen in die gewünschte rechte Ecke zu bugsieren. Da man vor Ort wohl nicht genug Material vorfand, würzte man die Reportage mit dem Interview eines jüngeren Mannes mit Strickmütze und passenden Klamotten. Sehr schön wetterte der Interviewte angebliche „Pegida-Teilnehmer“ über zu viele Ausländer, speziell zu viele Türken in Deutschland und äußerte Skepsis zum US-Krieg in Syrien, den die Medien für ebenso sakrosankt verkauften, wie heute den Ukrainekrieg. Das alles wurde mit dem üblichen Bierernst gesendet und man hatte die Dresdener Demonstranten dort, wo sie hin sollten. Leider kippte das Ding auf und die größte Selbstverblödung formulierte die „Panorama“redaktion unter ihrem online Artikel so: “ Der Mann hat sich nun bei uns gemeldet und beteuert, dass er eigentlich anderer Ansicht sei und dass diese Aussagen nicht seiner Meinung entsprächen“ (hier). Der Sender „RTL“ hatte offenbar kollegial ausgeholfen – von dem kam der Interviewte (hier). Wer weitere Fälschungen sucht, ist bei den „Tagesthemen“ gut aufgehoben, auch das schon seit längerem (hier).


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3 Kommentare zu „„Panorama“ & Cie: Was nicht passt, wird passend gemacht“