Noch mehr Soldaten im Innern: Bundeswehr verstärkt „Hilfskontingent Corona“

Kein Ende in Sicht. Da viel impfen nicht geholfen hat, muss eben noch mehr geimpft werden. Klingt logisch, oder?

Foto: Bundeswehr / Impfzentrum

Angesichts der stark steigenden Inzidenzwerte nehmen auch die Amtshilfeanträge an die Bundeswehr wieder deutlich zu. Seit Anfang November stieg die Anzahl der in Durchführung befindlichen Hilfeleistungsanträge in fast allen Bundesländern von 30 auf aktuell über 250 Maßnahmen an. Derzeit unterstützt die Bundeswehr mit 3.500 Soldatinnen und Soldaten im Rahmen der Amtshilfe in 14 Bundesländern. Weitere 100 Hilfeleistungen mit zusätzlichen 1.000 Kräften sind bereits in der Vorbereitung. Deshalb werden bis zum 29. November 5.000 zusätzliche Soldatinnen und Soldaten für Unterstützungsleistungen bereitgestellt und das „Hilfeleistungskontingent Corona“ von derzeit 3.000 auf 8.000 Kräfte mehr als verdoppelt, um so in dieser volatilen Lage auch in den nächsten Wochen flexibel unterstützen zu können.

Aktuell sind 1.800 Kräfte in 150 Gesundheitsämtern und 450 Kräfte in 50 Impfzentren eingesetzt. Schwerpunkte sind in Bayern (1.300), Sachsen (300) und Nordrhein-Westfalen (350). Weitere 100 Anträge auf Amtshilfe mit 1.000 Kräften für Gesundheitsämter (500) und Impfzentren (150) sind in Vorbereitung. Der Nationale Territoriale Befehlshaber, Generalleutnant Martin Schelleis, der die Kräfte der Bundeswehr für die Corona-Hilfe in Deutschland führt, hat daher die Verstärkung des Bundeswehr-Kontingents im Kampf gegen Corona angefordert. In einem ersten Schritt stehen bis zum 29. November bis zu 8.000 Soldatinnen und Soldaten für die Amtshilfe zur Verfügung. Lageabhängig sind bis Ende Dezember weitere Anpassungen möglich.

Die Verstärkung des Kontingents orientiert sich an den regionalen Brennpunkten, d.h. die neuen Kräfte werden mit Schwerpunkt im Süden und Südosten (Regionaler Führungsstab Süd: Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Thüringen) bereitgestellt. Für die zusätzlichen schnell verfügbaren Kräfte (rund 2.000 Soldaten) des Kontingents gilt eine Verfügbarkeit binnen 48 Stunden.