
Seit dem Ausbruch des Ukrainekrieges fallen reihenweise Politiker und andere Vorturner mit Bekenntnissen auf, wie verkehrt sie in Sachen Russland und speziell mit der Einschätzung der Person Wladimir Putin gelegen hätten und wie falsch das ganze Zeitalter des Friedens mit Russland gewesen sei, in dessen Energieabhängigkeit man jetzt zur Strafe lande. Am Pranger stehen vormals als klug geltende Politiker, die den Frieden mit Russland gehalten, die kulturellen und Wirtschaftsbeziehungen gefördert und Energiepipelines haben legen lassen. Das alles soll verkehrt gewesen sein?
Der Ukrainekrieg ist der Befreiungsschlag, zu dem das in die Enge getriebenen Russland sich gezwungen sah
Nein. Trotz der katastrophalen Bilder aus der Ukraine muss man die Situation sine ira et studio analysieren. Das ist weder „Putins Krieg“, noch ist er unvorhersehbar vom Zaun gebrochen worden. Der Krieg ist der – vom Verfasser schon vor einem Jahr vorhergesagte – zwangsläufige Endpunkt einer von den USA und der Nato betriebenen Einkreisung Russlands, in deren Verlauf man eine Feuerkraft entlang der russischen Peripherie installierte, wie es sie seit dem 1941-er Angriff der deutschen Wehrmacht nicht gegeben hat. Die USA-Nato-Allianz wird zwar in Eigenreklame als „Friedensmacht“ bezeichnet, zieht aber seit Jahrzehnten eine Kriegsspur mit Millionen Toten hinter sich her. Als die westlichen Angreifer auch noch die Herausgabe der Krim von Russland verlangten, die Ukraine in die Nato aufnehmen wollten und dieses Land eigene Atomwaffen wünschte, war das Maß voll und Russland musste einmarschieren – so die Moskauer Sicht.
Die Ukraine kann den Krieg gegen den übermächtigen Gegner nicht gewinnen. Waffenlieferungen verlängern das Leiden und zementieren den Unfrieden in Europa, womit die USA aber ausgezeichnet leben können.
Waffenlieferungen in die Ukraine bedeuten das Hineinstolpern in immer größere Dimensionen bis hin zum Atomkrieg. Die USA haben seit 1945 zahlreiche Kriege bestritten, aber trotz immensem Aufwand keinen gewonnen. In Vietnam der 1960-er Jahre führten sie zum x-ten Male vor, wie man in aussichtslose Lagen hineinstolpert: Sie fingen mit wenigen Soldaten an, steigerten ständig und hatten vor ihrem schmachvollen Abzug eine halbe Million Soldaten im Land, davon 58.000 Tote. Leider lernen die USA nichts daraus.
Deutschland muss seine eigenen Interessen wahrnehmen und die liegen quer zu denen der USA
Deutschland muss sich emanzipieren, die Waffenlieferungen stoppen, das Ukrainekriegsende unter Anerkennung der russischen Sicherheitsbedürfnisse fördern und den Frieden mit Russland wieder herstellen. Das läuft den USA-Interessen entgegen, die von der Zerrüttung Europas hervorragend bedient werden. Dass sich zwei wichtige US-Weltmarktkonkurrenten gegenseitig zerfleischen und kriegerisch bedrohen, ihren Lebensstandard herunterfahren, ihre finanziellen Mittel- und Unterschichten noch mehr in die Miesen drücken, die USA aber Billionen Euro Gewinne einstreichen – darauf darf es nicht hinauslaufen.


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8 Kommentare zu „Nicht der Frieden mit Russland, sondern die Nato-Feuerwalze in Richtung Osten war falsch“