Der neue Handelsdeal zwischen der EU und den USA sorgt für Applaus – allerdings nur auf der falschen Bühne. Während Ursula von der Leyen und Donald Trump in Schottland auf Staatsmännisch machen, keimt in deutschen Vorstandsetagen das blanke Entsetzen. Die Systempresse berichtet von Aufruhr in der Industrie – doch ein Blick auf die Fakten zeigt: Der Mittelstand hat sich seine Ohrfeige selbst bestellt.
15 Prozent US-Zoll auf fast alle EU-Importe, Stahl und Aluminium sogar weiter mit 50 Prozent abgewatscht – und plötzlich ist das Gejammer groß. Dabei haben die gleichen Wirtschaftsvertreter über Jahre brav jeden EU-Zentralismus mitgetragen, jede klimaideologische Vorschrift geschluckt und brav bei jeder Atlantik-Nummer Beifall geklatscht. Geliefert wie gewählt, könnte man sagen.
„Fatales Signal!“, tönt der BDI. „Existenzielle Bedrohung!“, kreischt der Außenhandelsverband. Als hätte man nicht gesehen, mit wem man es in Washington zu tun hat. Trump verhandelt nicht, Trump diktiert. Und von der Leyen lächelt dazu. Alles andere hätte man wissen können.
Während sich nun die Lieferketten verschieben und die Preise steigen, erkennen einige Branchenvertreter plötzlich, dass der Weltmarkt keine Wohlfühlzone ist. Doch anstatt selbstbewusst gegenzuhalten, hofft man auf „Atempausen“ und „Verlässlichkeit“ von jenen Institutionen, die bisher jede Krise mit neuen Regeln, Steuern und Bürokratiefluten verschärft haben.
Der Knall war laut, aber nicht überraschend. Der deutsche Mittelstand wollte offene Märkte, bekam offene Flanken. Wer sich jahrzehntelang von Berlin und Brüssel entmündigen lässt, darf sich nicht wundern, wenn er am Ende mit Zollkeule und Wettbewerbsverlust aus dem Spiel gefegt wird. Die Ansage aus Übersee ist klar – und sie wird nicht die letzte gewesen sein.

