Sechs AfD-Kandidaten tot – und das alles kurz vor der Kommunalwahl in Nordrhein-Westfalen. Die Polizei spricht von natürlichen Ursachen, doch die Häufung bleibt. Politik, einst als gemütliches Ehrenamt im Schützenverein belächelt, zeigt plötzlich ihr anderes Gesicht: ein Hochrisikoberuf.
Politik als Lebensgefahr
Wer kandidiert, begibt sich längst nicht mehr nur in den Schlagabtausch der Argumente. Er setzt sich realer Gefahr aus. Antifa-Trupps, die nachts das Haus mit Farbe und Parolen eindecken. Pflastersteine, die durchs Wohnzimmerfenster krachen. Einschüchterung am Arbeitsplatz, Drohungen gegen die Familie. Was früher Stammtischgepolter war, ist heute Straßenterror. Wer Plakate klebt, steht mitunter neben der Leiter, während unten die Kapuze lauert.
Der Alltag eines Politikers
Auch der Weg zur Arbeit wird zum Risiko. In der U-Bahn die Anrempler, die „zufälligen“ Schläge, das Handy aus der Hand geschlagen. Im Bus die Beschimpfungen, im Supermarkt das Ausspucken in den Einkaufswagen. Jeder Auftritt auf der Straße kann zum Spießrutenlauf werden. Da nützt auch keine Polizeimeldung „kein Hinweis auf Fremdverschulden“. Das Verschulden steckt längst im Klima, das man gegen AfD-Politiker systematisch aufgebaut hat.
Politiktodesfall-Tarif 1 Mio. Euro
Man stelle sich vor, eine Versicherung böte einen „Tarif Politik 2025“ an. Mit Deckung für Farbanschläge, Prämie für zertrümmerte Autoscheiben, Schmerzensgeld nach Attacken im Bus. Zusatzpaket „Haus und Hof“, falls die nächste Molotowflasche durchs Kinderzimmer fliegt. Und für unerklärliche Todesfälle. Die Versicherungskauffrau klappt den Ordner auf und fragt: „Ortsverband oder Landesliste? Das macht beim Risiko einen Unterschied.“ Politik würde endgültig zur Berufsgruppe mit Gefahrenzulage – wie Bergbau oder Chemieindustrie.
Demokratie mit Risikoaufschlag
Die sechs Todesfälle sind tragisch. Doch sie stehen in einer Reihe mit den alltäglichen Angriffen auf jene, die es wagen, politisch nicht auf Linie zu sein. Politiker in Deutschland brauchen inzwischen mehr als ein Programm und ein Wahlplakat – sie brauchen Schutz. In einer Gesellschaft, die sich selbst für tolerant hält, wird Politik zum Hochrisikosport.
Wer heute ins Rennen geht, sollte sich absichern wie ein Segelflieger vor dem Start. Man weiß nie, ob man heil wieder landet. Frau und Kinder müssen im Todesfall versorgt sein.

