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Hunderte Frühlingsfeste abgesagt – Wir schaffen das nicht 

Frühling 2025. Die Sonne scheint. Doch die Volksfeste bleiben aus. Überall in Deutschland sagen Veranstalter ab. In Lage fällt die Frühjahrskirmes aus. Zu teure Sicherheitsauflagen. In Marburg wird das Kirschblütenfest gestrichen. Terrorangst. In Berlin ist das Bölschefest Geschichte. Ebenso das Osterfeuer in Frohnau. Das Pfingstochsenfest in Elmshorn. Der Karnevalszug in Erfurt. Das Osterbrunnenfest in Bietigheim-Bissingen. Sogar der Flohmarkt in Schongau und die Walpurgisnacht in Dallgow-Döberitz sind passé. Warum? Merkelpoller aus Beton und Lkw-Sperren kosten mehr als das ganze Fest. Niemand will die Verantwortung tragen. Was, wenn ein Auto in die Menge rast? „Ich will nicht schuld sein, wenn ein Verrückter Leute umnietet“, sagt Günter Fiebig aus Schongau. Wer kann ihm das verdenken?

Vor zehn Jahren war alles anders. 2015 war das Jahr der Willkommenskultur. Teddybären wurden an Soldaten in Freizeitkleiddung verteilt. Die Gutmenschen jubelten. „Toleranz!“, riefen sie. „Integration ist einfach!“ Wir öffneten die Arme. Träumten von einer bunten Gesellschaft. Heute? Ein Albtraum. Magdeburg. Mannheim. München. Solingen. Aschaffenburg. Worte wie Hammerschläge. Tote. Chaos. Autos rasen in Menschenmengen. Messer taten was Messer eben so tun. Die Straßen färben sich rot. Keine Scherben, wie die Presse es gern beschönigt. Es sind Tote. Teile von Toten. Die Presse, die jahrelang jubelte, „Deutschland ändert sich“, steht nun vor ihrem selbst verursachten Desaster. Ihre Schlagzeilen von damals klingen wie Hohn.

Die Veranstalter verzweifeln und sagen ab

„Das ist staatliche Aufgabe“, klagt Michael Roden vom Schaustellerverband Berlin. Er hat recht. Aber der Staat? Bastelt an einem „Veranstaltungssicherheitsgesetz“. Lächerlich. Attentäter lesen keine Gesetze. In Lage wären 30 Lkw nötig gewesen, um die Kirmes abzusichern. In Berlin fehlen Betonpoller für das Bölschefest. Die Kosten explodieren. Wer soll das bezahlen? Die Schausteller sicher nicht. Sie kämpfen ums Überleben. Sicherheitskosten müssten auf die Preise umgelegt werden. Dann: Eine Karussellfahrt für zehn Euro? Eine Bratwurst für 15? „Das gefährdet unsere Familien“, sagt Roden. Und die Besucher? Bleiben weg, nicht nur wegen der Preise. Aus Angst um deren Leben.

Deutsches Brauchtum zur Schlachtbank geführt

Die Absagewelle rollt durchs Land. In Nordrhein-Westfalen fällt das Schützenfest in Lage aus. In Hessen der Rosenmontagszug in Marburg. In Bayern der Karnevalsumzug in Kempten. In Baden-Württemberg der Ostermarkt in Bissingen. Das HerzensMai’le in Bietigheim-Bissingen wackelt. In Schleswig-Holstein wird „Wismar blüht auf“ abgesagt. In Brandenburg die Walpurgisnacht in Dallgow-Döberitz. In Baden der City-Flohmarkt in Rheinfelden. Überall dasselbe Bild. Leere Plätze. Verzweifelte Schausteller. Enttäuschte Besucher. Unsere Volksfeste, die seit Jahrhunderten für Gemeinschaft stehen, verschwinden. Eines nach dem anderen.

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