Mit 15 war’s für mich Ehrensache: den „C-Schein“ bei der Freiwilligen Feuerwehr zu machen. Schläuche ausrollen, verkuppeln, Pumpe starten, Hydrant aufdrehen. Der Übungsleiter stand mit der Stoppuhr daneben. Wasser marsch! Das war auch Freizeitspaß, aber auch Kameradschaft, Stolz, ein Stück Heimatgefühl. Man wusste, warum man’s tat. Und „warm abgebrochen“ wurde so manche Scheune.
Es brennt, „feurio“ rief man damals
Wenn die Srene auf dem Rathausdach heult, legt der örtliche Bäcker seinen Teig beiseite, der Bauer lässt den Traktor stehen, der Handwerker wirft den Akkuschrauber weg. Sie eilen zum Feuerwehrhaus. Ehrenamtlich. Ohne Aufwandsentschädigung. Wer auswärts arbeitet wäre ohnehin zu spät.
Der Gruppenführer? Kam damals auf dem Moped, weil er ein Telefon zu Hause hatte. Und wusste, wo’s brennt. Oder wo Schwerverletzte in den Autos eingeklemmt waren. So war das.
Laut Deutschem Feuerwehrverband gab es 2022 über 229.000 Brandeinsätze und über 750.000 technische Hilfeleistungen. Ein Rekordjahr. Und all das zu einem großen Teil durch Freiwillige gestemmt. Doch was bekommen sie dafür? Kein Gehalt. Keine Rentenpunkte. Vielleicht eine Urkunde oder eine silberne Nadel – wenn’s hochkommt.
Dabei ginge es. Wer Angehörige pflegt, bekommt Rentenpunkte. Wer einen Freiwilligendienst macht, ebenfalls. Warum nicht auch diejenigen, die nachts um drei ausrücken, wenn andere schlafen?
Sachsen-Anhalt hat’s vorgemacht: Dort gibt’s seit 2009 eine „Feuerwehrrente“. Hessen zahlt Prämien – 250 Euro nach 10 Jahren, 1.000 Euro nach 40. Bundesweit? Fehlanzeige. Kein einheitliches System. Keine flächendeckende Wertschätzung. Kein politischer Wille.
Dabei wäre es einfach:
– Rentenpunkte für aktive Dienstjahre.
– Gesetzlicher Anspruch auf Freistellung ohne Verdienstausfall.
– Bessere Absicherung bei Unfällen.
– Kampagnen, die das Ehrenamt sichtbar machen, nicht nur beim Ehrenamtstag mit Luftballons.
Muss erst bei Abgeordneten die „Hütte brennen“, ehe ein Lichtlein aufgeht? Wer Leben rettet, sollte im Alter nicht leer ausgehen.
Wer für andere durchs Feuer geht, hat ein Recht auf Respekt und auf Absicherung.

