So etwas kann nur uns passieren. Wenn man zu einer tollen Hochzeit eingeladen ist, gehört dazu natürlich auch ein passendes Hotel. Und für eine einzige Nacht kann es ausnahmsweise gerne einmal etwas mehr sein, so ein Tag soll schließlich für alle in besonderer Erinnerung bleiben. Und es fing auch gut an. Einschecken, auspacken, ein Bad nehmen, schick machen und feiern bis die Lichter ausgehen.
Zurück im Hotel, das 200 und irgendwas für eine Nacht berechnet, wunderten wir uns über die geschlossene Hotelbar, wo man noch einen Espresso hätte schlürfen können. Statt dessen lümmelten dort ein paar Jogginghosen mit ihren Kopfhörern und Handys herum. Ich dachte mir nichts dabei, es ist ja Fußball EM, wer weiß. Doch in der Nacht war kaum ein Auge zu zu kriegen, auch nicht in unserem Zustand. Türen wurden geknallt, es hörte sich an, als würde jemand schwere Sachen auf den Boden werfen, ein Poltern, ein Hämmern und dann Geschrei, als würde jemand Frau und Kind verprügeln. Das kann doch nicht sein in einem so guten Hotel. Das Kommen und Gehen nahm kein Ende. Irgendwann schlief ich doch noch ein, meine Frau blieb wach und sagte, ein paar Mal hätte es auch gegen unsere Tür gebollert. Endlich war die Nacht vorbei, ich schob die Unruhe auf betrunkene Fußballfans, doch der Irrtum klärte sich schnell auf, als wir zum Frühstück gingen.
Ein ganzer Bereich im Speisesaal ist abgetrennt. Auf der Hinweistafel heißt es, er sei den ukrainischen Gästen vorbehalten und man bitte um Verständnis. Andere Gäste reagieren genauso ungläubig wie wir auf das Schild und werden vom Personal in den vorderen Bereich rangiert, wo der Platz für die zahlende Kundschaft reserviert ist. Ich kann es kaum glauben, über 200 Tacken für eine Nacht im Flüchtlingsheim, aber das muss ja nicht heißen, dass diese für den Lärm verantwortlich gewesen sind. Doch, ich kann die Sprache zwar nicht verstehen, aber doch deutlich genug von Deutsch, Holländisch oder Englisch unterscheiden. Und dieses aggressive Gebrüll und die Schreie, das war dann wohl Ukrainisch gewesen.
Im Zimmer war auch nicht alles wie gebucht hergerichtet. Kein Problem, so etwas lässt sich regeln, die nicht erbrachte Zusatzleistung wird erstattet. Aber die schlaflose Nacht müssen wir bezahlen. Es habe einen „Vorfall“ gegeben, erklärt man mir entschuldigend. Man hätte sogar einen Rettungswagen gerufen und es sei jemand ins Krankenhaus gekommen. Daran könne man leider nichts machen. Ach so, aber einen Hinweis, dass in besagtem Hotel über 200 Plätze für „Flüchtlinge“ aus der Ukraine eingerichtet worden sind und das bereits vor zwei Jahren, habe ich nirgendwo auf der Homepage gefunden. Ist das arglistige Täuschung seitens der Betreiber oder rechtsradikal, wenn man sich darüber ärgert? Dieses Land kotzt mich nur noch an.
P.S. Trotz allem wird nichts die Erinnerung an den wunderschönen Tag zerstören können, denn die Liebe zur eigenen Familie ist stärker als jede andere Macht auf dieser Welt!



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7 Kommentare zu „Eine Nacht im Flüchtlingshotel“